Münchau hat mal wieder Recht – bei Russland-Sanktionen dagegen nicht

Von , am Montag, 16. Februar 2015

Wolfgang Münchau macht sich um die volkswirtschaftliche Grundbildung der Bundesbürger schon lange verdient. Er tat das schon, als er noch für die Financial Times Deutschland schrieb, der heute immer noch viele hinterhertrauern, vor allem die, die dort mal gearbeitet haben. Viel geholfen hat es bisher nicht. Die Mehrheit der Deutschen verharrt im Bildungsniveau der schwäbischen Hausfrau. Außenwirtschaftsbeziehungen und gegenseitige internationale Abhängigkeiten interessieren  nicht. Schäuble und Merkel bauen ihre Politik darauf und der größere Teil der Publizistik begleiten sie freundlich dabei. Immer mehr Menschen und Völker haben bereits begonnen, uns wieder dafür zu hassen. Berichtet wird uns darüber nicht oder so verzerrt, dass wir es nur als absurd wahrnehmen können.

Münchau macht da nicht mit. Danke dafür.

So stimme ich ihm also auch zu, wenn er heute davor warnt, einen Austritt/Rausschmiss Griechenlands aus dem Euro auf die leichte Schulter zu nehmen. Es wäre vor allem ein fulminantes Eigentor der deutschen Austeritätspolitik. Wann wird man je verstehn?

Falsch liegt Münchau dagegen mit seiner Scharfmacherei für Russlandsanktionen. Da geht der Macho wohl mit ihm durch. Oder ist er einfach Atlantiker? Eine Strategie, die sich vornehmlich für den pazifischen Raum interessiert, wie die der US-Regierung, kann es auf eine leichtere Schulter nehmen, als wir Westeuropäer: Russland-Sanktionen betreffen nicht nur Russland. Auch hier gibt es umfangreiche Vernetzungen und Folgewirkungen, ganz ähnlich dem Domino, das durch Griechenland zum Einsturz gebracht werden kann. Wollen wir das?

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