Archiv für den Monat: September 2016

Kippt Wohntower um? / Strippenzieher Soros / TTIP&CETA / ARD&ZDF-Jugendding

Von , am Freitag, 30. September 2016

Nein es ist diesmal kein Sack Reis. Es ist auch nicht in China. Fallen einige Immobilienmilliarden in San Francisco in die Bucht? Panik der Superreichen breitet sich aus. Mensch Köln, Dein U-Bahnbau is ja nix dagegen!

Der Superreiche Soros – vieldämonisiert. Telepolis versucht sich an einer differenzierten kritischen Analyse.

Michael Wendl gehörte innerhalb der Jusos mal der gleichen Strömung an wie Gerhard Schröder. Sie nannten sich „Antirevisionisten“ und es waren die 70er Jahre. So gegensätzlich können Lebenswege verlaufen. Beim Oxiblog, mit dessen Gründer Wolfgang Storz mich eine gute journalistische Freundschaft verbindet, erklärt Wendl die strategischen Interessen, die die deutschen TTIP-Fans antreiben.

Stefan Niggemeier, in meinem Augen seit längerem der beste deutschsprachige Medienjournalist, stellt das neue Jugendding „Funk“ von ARD und ZDF vor.

Wie VW und die Bundesregierung gemeinsam die Marke „Made In Germany“ ruinierten, beschreibt die SZ Weiterlesen

Böhmermann

Von , am Freitag, 30. September 2016

Für keinen Marketing-Trick zu fies. ZDFneo strahlte gestern eine „falsche“ Folge von Jan Böhmermanns „neomagazin royale“ aus, damit wir die „richtige“ alle Anklicken. Bitte schön. Ladies Vorsicht: es kommt zu langanhaltenden expliziten Aufführungen von Sexismus.
Heute Nacht 0 Uhr soll die Sendung im ZDF-Hauptprogramm wiederholt werden. Aber welche?

Linker Populismus

Von , am Donnerstag, 29. September 2016

Isolde Charim stellt in für sie typischer kühl-analysierender Art die aktuelle Weltsicht von Zizek und Eribon gegenüber.
Eine begnadet gute Besprechung von Eribon liefert BVB-Fan Klaus Bittermann in der Jungle World, indem er kursorisch die deutsche Zeitgeschichte neben der von Eribon beschriebenen französischen nachzeichnet.
Christian Zaschke darf heute auf Seite 3 der SZ – endlich – erklären, warum der hierzulande überwiegend für bekloppt erklärte Labour-Vorsitzende Corbyn im United Kingdom zum Hoffnungsträger werden konnte. Da die SZ ihre Seite 3 nicht online stellt, kann sie hier leider nicht verlinkt werden. So bleiben nur Seiten zu empfehlen, die „einseitig“ für die hunderttausenden engagierten neuen Labour-Parteimitglieder parteinehmen, kontinuierlich in mehreren Beiträgen die nachdenkseiten.de und aktuell Paul Mason im Freitag. Und tatsächlich: uns wird weisgemacht, die Umfragewerte von Labour seien „im Keller“. Gleichzeitig sind sie in ganz Europa die höchsten einer sozialistischen/sozialdemokratischen Partei 😉

Fußballökonomie: Ruhrgebiet weit vor Düsseldorf

Von , am Donnerstag, 29. September 2016

Düsseldorf ist in seiner regionalen Umgebung, egal ob vom Norden/Ruhrgebiet oder vom Süden/Köln aus gesehen, wegen seiner mit Reichtum verbundenen Schnöselhaftigkeit verhasst. Landesregierungen und -politik in Düsseldorf, egal welcher Parteien, waren immer darauf bedacht, die beiden NRW-Metropolen Ruhr und Köln „nicht zu stark“ werden zu lassen.

Die NRW-Fußballökonomie hält nun für alle Düsseldorf-Hasser Tröstung bereit. Weiterlesen

Binäre Logik steht Medienkritik immer im Weg

Von , am Mittwoch, 28. September 2016

Kriege entspringen immer einer binären Logik: wir oder die anderen, es kann nur einen geben, ich oder Du. Unter den ersten Kriegsopfern ist immer die Wahrheit. Sie geht schon vor Kriegen weitgehend verloren. So weit so schwierig, wenn wir uns über Prozesse und Ereignisse außerhalb unseres Blickfeldes orientieren wollen.
Eine Medienkritik, die in diesem Zusammenhang mit den Gut-und-Böse-Kategorien operiert, ist darum immer zum Scheitern verurteilt. Wie gut wäre es die vergangenen Kriege und Massenmorde aufzuarbeiten. Wenn es aber, wie hier in der Jungen Welt, darauf hinausläuft, einen „Deal“ der Herren Trump, Putin und Xi Jinping zu erhoffen, was will der Autor damit seinen anderen Argumenten und Analysen antun?
Muss man sich mit autoritären Despoten in ein Boot setzen, wenn man Kriegspropaganda bekämpfen will? Nein, muss man nicht, wie seit Jahren die Telepolis-Redaktion beweist, die hier die Kontroverse über Todenhöfers letzte Aktivität referiert, ein inhaltlich ergänzender Bericht hier, und den Lesern das Urteil, anders als Carta, selbst überlässt. Danke!

Das spanische Puzzle – nach den Regionalwahlen in Galicien und Baskenland

Von , am Mittwoch, 28. September 2016

von Klaus Dräger

Mit den Erfolgen der anfangs linkspopulistischen Podemos und der neo-liberalen (angeblichen) Anti-Korruptionspartei Ciudadanos seit der Europawahl 2014 ist das vormalige Zweiparteien-System in Spanien aufgebrochen worden. In den Jahrzehnten zuvor wechselten sich die Volksparteien – rechts-konservative Partido Popular (PP) und die sozialdemokratische PSOE – an der Regierung ab. Seit den Parlamentswahlen im Dezember 2015 kam in Madrid aber keine Regierungsmehrheit zustande, auch Neuwahlen im Juni 2016 änderten daran nichts.

Zwar hatte die PP unter ihrem noch kommissarisch amtierenden Ministerpräsidenten Mariano Rajoy bei der Wahl im Juni 2016 nochmals deutlich zugelegt. Doch scheiterte ihr Versuch im August 2016, mit C’s und der bürgerlichen Regionalpartei Coalición Canaria eine Minderheitsregierung zu bilden. 170 Abgeordnete des spanischen Parlaments stimmten für Rajoy als Ministerpräsident, die nötige absolute Mehrheit von 176 Stimmen wurde verfehlt. PSOE, das ‚linke‘ Bündnis Unidos Podemos (UP) und andere stimmten dagegen. Sie wollten eine ‚alternative Option‘ zu Rajoy offen halten. Weiterlesen

Spanien: Unidos Podemos – Probleme und Perspektiven der Confluencia

Von , am Mittwoch, 28. September 2016

von Klaus Dräger

Die Parlamentswahl in Spanien am 26. Juni 2016 verlief für die europäische ‚radikale Linke‘ enttäuschend. Podemos, Izquierda Unida (IU), die Grünen (Equo) und lokale und regionale Kräfte aus sozialen Bewegungen waren erstmals landesweit in einem gemeinsamen Wahlbündnis angetreten – Unidos Podemos (Gemeinsam können wir’s). Eine ‚confluencia‚ (Zusammenfluss) der oppositionellen sozialen und politischen Strömungen jenseits der PSOE sollte so Kräfte bündeln und dadurch mehr Mandate erreichen, weil das spanische Wahlrecht größere Formationen begünstigt.

Erklärtes Ziel von Unidos Podemos (UP) war, die PSOE als zweite politische Kraft in Spanien zu überholen (sorpasso), um sie dann aus einer Position der Stärke in eine ‚Koalition der Linken‘ zu zwingen. Daraus ist nichts geworden, UP kam nur auf den dritten Platz. Im Vergleich zum Wahlergebnis vom 20.12.2015, als Podemos und IU noch getrennt antraten (zusammen 24,3 %), erreichten sie im Bündnis nur 21,1% und verloren rund 1,1 Millionen Stimmen.

Eine nach Schließung der Wahllokale veröffentliche Umfrage der Fernsehsender TVE und TV3 sah die konservative Partido Popular (PP) mit 28,5 % an erster Stelle, Unidos Podemos mit 25,6 % auf dem zweiten Platz, gefolgt von der sozialdemokratischen PSOE mit 22 % und der neo-liberalen Ciudadanos (C’s) mit 11,8 %.

Es kam jedoch anders: Weiterlesen

CL: BVB zahlte nur begrenztes Lehrgeld

Von , am Dienstag, 27. September 2016

Im heutigen Spiel zwischen dem BVB und Real Madrid traten die aktuellen fußballerischen Kräfteverhältnisse in Europa gut sichtbar zutage. Das 2:2 in Dortmund bedeutet Vorteil Real, das in Punkte Reife und Coolness klare Vorteile und sich defensiv stark verbessert zeigte. Der BVB zeigte Potentiale, die er noch nicht 100%ig ausschöpft.

In der 1. Halbzeit hätte sich der BVB einen klaren Vorsprung erspielen können. Das hat man auch in der Klopp-Ära oft erlebt: es werden Chancen erarbeitet aber schwach verwertet. Immerhin wurde kein überschüssiger Respekt gezeigt. Weiterlesen

Rot-Rot-Grün aus Schwäche?

Von , am Dienstag, 27. September 2016

Wie vernagelt hierzulande politische Diskurse verlaufen, lässt sich heute beispielhaft an der Nachbereitung der TV-Debatte von Clinton und Trump verfolgen: ein selbstreferentieller Mediendiskurs im Stile von Sportberichterstattung, wer gewonnen und verloren hat. Diese Debatte interessiert das US-Wahlvolk völlig zurecht nicht im geringsten. Für die Wahl ist nicht entscheidend, wer wie gut oder schlecht argumentiert hat, sondern wer besser mobilisiert hat. Aus diesem Grund hatte Bernie Sanders in Umfragen gegen Trump immer bessere Werte als Clinton: für ihn hätten sich mehr Leute auf den Weg zur Wahlurne gemacht.

Dass Wahlen „immer in der Mitte“ gewonnen werden ist eine veraltete Scharlatan-Parole Weiterlesen

Türkische Baumafia / Drogenboss in Rio / Miami besprüht / Laubbläser weniger laut

Von , am Dienstag, 27. September 2016

Die öffentliche Aufmerksamkeit hierzulande kreist ziemlich fixiert um Charaktereigenschaften und -fehler des Herrn Erdogan. Doch welche ökonomischen Triebkräfte verbergen sich dahinter. Telepolis bietet eine aufschlussreiche Analyse zum kriminellen Treiben der türkischen Bau- und Immobilienlobby.

Brasilien ist derzeit politisch und ökonomisch ein globales Krisenzentrum. Die Junge Welt bespricht ein neues Buch über die Karriere eines Drogenbosses in Rio.

Verschwörungstheorien in Florida: die Bevölkerung von Miami Beach möchte nicht ungefragt mit Insektiziden versorgt werden.

Vor einigen Tagen wurde hier schon die Laubbläserzeit beklagt. Ob sie überhaupt als Werkzeug nötig sind, ist fachlich umstritten. Doch selbst, wer das meint, muss zugeben: es ginge auch leiser (FAZ).