Worum Beuel Endenich beneiden muss

Von , am Dienstag, 20. September 2016

Auf dem Rückweg von der Bundesagentur für Arbeit oben auf dem Berg in Duisdorf, machte ich für eine Mittagspause Station in Endenich bei Sarah Monteiro-Gashi im Bistro Mademoiselle. Und was soll ich sagen: obwohl ich Sarah schon viele Jahre kenne, war es ein kleines kulinarisches Erweckungserlebnis.

Kennengelernt haben wir uns auf dem Marktplatz in Bonns City, wo Sarah mit Hilfe ihrer Mutter, Birgit Alexander-Monteiro, im Hauptberuf Gleichstellungsbeauftragte bei der GIZ (Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit), einen Espresso&Crepes-Wagen betrieb. Ich lernte die beiden kennen, als sie anlässlich einer Freiluftveranstaltung Bärbel Höhn, MdB und ehemalige NRW-Landesministerin für Umwelt, Landwirtschaft und Verbraucherschutz mit einem Capuccino beschenkten. Höhn war von Journalisten belagert und setzte sich mit Capuccino und Journalisten ins nächstgelegene Eiscafe. Als sie fertig waren, war die Tasse abgeräumt. Ich ging mich stellvertretend für Bärbel Höhn bei Sarah und Birgit entschuldigen. Daraus entstand eine jahrelange Stammkundschaft und Freundschaft. Der Espresso war seinerzeit nach meiner Wahrnehmung der beste der Stadt. Ich weiss nicht, woran die Damen sparen mussten, an der Kaffeemaschine taten sie es jedenfalls nicht.
Leben und Arbeiten auf dem Markt in der City waren (und sind?) auf Dauer aber eine Zumutung. Zur damaligen Zeit war er schlecht gemanagt, die umsatzarmen Monate im Winter waren den Einsatz nicht wert. Sie suchten also eine gastronomische Bleibe mit Dach drüber und Wänden drumrum. Die Mietforderungen in der City waren allerdings betriebswirtschaftlich nicht mehr darstellbar. Die Übernahme eines Cafes in Beuel scheiterte an zu hohen Abstandsforderungen des Vormieters; schade es hätte in Beuel gut in die Landschaft gepasst. So landeten sie schliesslich in Endenich, am Kreisverkehr exakt gegenüber dem dortigen Biosupermarkt.

Auch dort war es gewiss sehr lange ein sehr hartes Brot, ein Bistro zu betreiben. Das Speisen- und Getränkeangebot ist kein billiger Kantinenersatz, dafür ist der Wareneinsatz zu anspruchsvoll. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist überzeugend. Inhaberin Sarah schuftet überwiegend allein, macht Küche und Service gleichzeitig. Unfallfrei und fehlerlos. Das muss eine erst mal bringen. Überrascht war ich vom heutigen Mittagsangebot: Lammchops auf Waldpilzen, mit Pommes, die handgeschnitzt aussahen und schmeckten, alles für 19,90€. Obwohl es heute mittag voll war, kam alles mit optimaler Temperatur, exakt gegartem zartem Fleisch und einem großartigen Sösschen auf den Tisch. Da konnte ich die Bestellung eines Spätburgunders von der Ahr nicht mehr vermeiden. Das nachträglich gelieferte Baguettebrot zum Tunken der göttlichen Sauce war ofenfrisch. Espresso s.o.
Man denkt an alles Mögliche auf dem Heimweg von der Bundesagentur für Arbeit. Mit dem, was ich hier erleben durfte, hatte ich nicht gerechnet.
Danke Sarah!

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