Portugal – Europameister 2016 im Männerfussball und Linksregieren

Von , am Montag, 2. Januar 2017

In den letzten Jahren haben deutsche Regierung und Medien keinen Aufwand gescheut, über „faule Griechen“ herzuziehen, und der dortigen Demokratie klarzumachen, wer in Europa bestimmt, wo es langgeht. Man fürchtete zuviel Erfolg einer gewählten Linksregierung (Syriza), das hätte gerade noch gefehlt, dass in Europa der Eindruck entstanden wäre, es gäbe linke Alternativen zur herrschenden Politik. Umso dröhnender ist hierzulande das Schweigen über Portugal. Auch dort wurde im letzten Jahr eine Linkskoalition gewählt, während sie in Spanien durch einen Putsch innerhalb der Sozialdemokraten verhindert werden musste. Portugal ist im Vergleich dazu klein, in geographischer Randlage, die wenigsten Deutschen können sie Sprache. Da fällt das Vergessenmachen und Übersehen leichter. Hier ein Telepolis-Hinweis, wie es dort aktuell steht.
Ein bemerkenswertes schönes Land: Europameister im Männerfussball, stellt seit gestern den neuen UN-Generalsekretär, ins Amt gekommen gegen deutschen Widerstand, und mit einer Regierung, die Deutschland niemals ernannt hätte.

Beide, Portugal und Spanien, sind von einer massiven Auswanderung junger Menschen betroffen, kein Wunder, bei einer Jugendarbeitslosigkeit, die ähnlich wie in Griechenland an die 50% heranreicht. Das sind jedoch keine südeuropäischen Besonderheiten. Ein Aufsatz von Heino Güllemann in den „Blättern“ macht auf die globale Dimension solcher Arbeitsmigration am Beispiel der Pflegebranche aufmerksam.

Unser „Pflegenotstand“ ist die ökonmomische Rache dafür, dass wir anstrengende Arbeit so geringschätzen, dass wir sie nicht adäquat bezahlen wollen. Vergleichen Sie mal Dax-Vorstände und Professoren mit Erzieher*inne*n und Pflegekräften. Sowas kommt von sowas.

Update: Zur Schlechtbehandlung der Pflegekräfte hierzulande empfehle ich ergänzend diesen Text bei den Kolleg*inn*en von oxiblog.

2 Kommentare zu “Portugal – Europameister 2016 im Männerfussball und Linksregieren

  1. Heiner Jüttner

    TELEPOLIS über Portugal ist ein Spitzenartikel, vor allem der Vergleich mit Spanien. Es ist bedrückend, dass solche Informationen ansonsten kaum zu finden sind. Ich werde mich bemühen, menen Teil zur Verbreitung beizutragen.

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