Murdoch – aus seiner Rippe ist Trump

Von , am Donnerstag, 16. Februar 2017

Es gab mal zwei Verleger, die in den 80ern um den britischen Zeitungsmarkt kämpften: der Australier Rupert Murdoch („The Sun“) und Robert Maxwell („Daily Mirror“). Maxwell kam auf nicht wirklich aufgeklärte Weise ums Leben. Der konservative Autor Jeffrey Archer verfasste über diesen Kampf einen Schlüsselroman unter dem Titel „Das Imperium“ (Originaltitel: „The Fourth Estate“), flott geschrieben und auch heute noch lesenswert.

Viel ist seitdem passiert. Murdoch suchte sich die britischen Premierminister aus, kaufte den britischen Fußball (Sky/Premier League) und eroberte auch den US-Medienmarkt (Fox) und den deutschen Fußball (Sky/DFL). Doch an seinem Lebensabend ist seine Weltherrschaft bedroht. China steigt zur Weltmacht auf, mit ähnlich kapitalstarken Milliardären, in England greift ein russisch-USamerikanischer Rivale seine Machtposition im Fußballentertainment an (über „Dazn/Perform Group“), der bereits Obama bespendet hat, aber sicher keine Hemmungen haben wird, auch mit Trump zu dealen.

Lutz Hachmeister beschreibt nun, welche Vorkehrungen Murdoch trifft, um seine Machtposition zu sichern. Dazu gehört natürlich, dass auch der neue US-Präsident die Schlüsselfragen seiner Strategien mit ihm besprechen muss. Murdoch wird nicht verborgen geblieben sein, dass auch seine Konkurrenten Trump anbaggern.
Eine das Problem gut illustrierende Figur ist Felix Sater, von der US-Justiz bereits wegen Körperverletzung und Geldwäsche in den Schwitzkasten genommen, von den US-Sicherheitsbehörden laut „Spiegel“ (in einer Fußballspielerhandel-Story versteckt) umgedreht, arbeitet er im Dunstkreis der Trumpschen Russlandbeziehungen. Vielleicht auch als Doppelagent? Der „Spiegel“ ging dieser Spur nicht weiter nach. Zu gefährlich? Zuviel Aufwand?

Und wie findet die „Deutsche Fußball-Liga“ und der DFB, die sich aktuell so laut vernehmbar über rüpelhafte Fans empören, diese Hand, die sie füttert? Wird ihnen dabei nicht schlecht?

Auch Hachmeisters Text ist merkwürdig. Normalerweise hat er keinen Mangel an Publikationsgelegenheiten. Fast alle Medienredaktionen schätzen seine Intelligenz und seinen Durchblick. Dieser Text erscheint jedoch nur auf der Seite seines eigenen Instituts. Beißhemmungen beherrschen also anscheinend jetzt schon den deutschen Medienmarkt. Ist das peinlich? Oder sehr peinlich?

Update 16.2.: Florian Rötzer berichtet heute von einem formidablen Bürgerkrieg zwischen Teilen der Trump-Administration und sehr relevanten Teilen der Geheimdienste. Versetzen wir uns bei diesem Geschehen mal in russische, chinesische oder europäische Nato-Perspektiven: die Nervosität ist mit Händen zu greifen, und die gefährlichen Knöpfe sind scheiss-nah beim explosiven Abstieg einer Weltmacht.

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