Eberl und Bayern

Von , am Montag, 3. April 2017

Die wichtigste Vertragsverhandlung von Borussia Mönchengladbach wurde vollendet. Keine Gerüchte, sondern offizielle Mitteilungen: der Vertrag mit dem ehemaligen Aussenverteidiger und heutigen leitenden Angestellten Max Eberl wurde „zu erhöhten Bezügen“ bis 2022 verlängert. Diese Frist sagt im heutigen Fussball immer weniger über den zu erwartenden Vertragsvollzug aus, dafür umso mehr über die Höhe der erforderlichen Ablösesumme, um ihn vorzeitig zu aufzulösen. Ist doch auch schön.

Es gibt einen Gladbach-Fan im Exil, den ich um seinen gut dotierten Job nicht beneide. Es ist der Sportressortchef des offiziellen überregionalen Vereinsblattes des FC Bayern, der Süddeutschen Zeitung (SZ), Klaus Hoeltzenbein. Extradienst-Gastautor Klaus Kleinöder schrieb ihm vor einigen Monaten eine empörte Abo-Abbestellung, weil er die unjournalistische Bayern-Fixierung der SZ nicht mehr aushalten wollte. Sein Brief bekam immerhin die spektakuläre Würdigung einer unmittelbar anschliessenden ganzseitigen Berichterstattung über den BVB.

Die SZ ist immerhin wichtig genug, dass die großen Fussballreformer unserer Zeit, von Klinsmann bis Lahm ihre weichenstellenden Ankündigungsinterviews („Man muss den ganzen Laden auseinandernehmen“) an dieser Stelle geben.
Lahm hat sich beim FC Bayern jetzt selbst aus dem Spiel genommen, Eberl seine Gladbach-Verlängerung verkündet. Das kennen die beim FC Bayern so nicht, dass ihre Angebote jetzt abgelehnt werden können. Heute kann man Klaus Hoeltzenbeins Schadenfreude darüber rauslesen, natürlich nur zwischen den Zeilen. Freuen wir uns mit.

Denn wer weiss, wie lange wir noch Gelegenheit dazu haben. Derzeit finden Vertragsverhandlungen über die TV-Verwertung der Champions-League statt. Wir wissen alle: sie kriegen den Hals nicht voll. Das ZDF ist im Gegensatz zur ARD wahnsinnig genug, mit unserem Haushaltsabgabengeld dabei mitzubieten. Wenn es totgesteigert wird, verschwindet die Gelddruckkliga im Pay-TV. Obs genug Doofe gibt, die das für teures Geld abonnieren? Zu befürchten ist das.

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