GMSM – gute Medien, schlechte Medien: Naidoo, Nahles, Trump, Uganda, Somalia

Von , am Freitag, 12. Mai 2017

Marcus Klöckner zeichnete vorgestern auf telepolis nach, was „die (meisten) Medien“ mit einem Schlagersänger veranstaltet haben. Interessant an seiner Darstellung ist die medienkritische Seite. Es scheint zum Geschäftsmodell dieses Entertainers zu gehören, sich mit Hilfe der beschriebenen Mechanismen im Gespräch zu halten. Ich kann das nicht sympathisch finden; warum spielen es seine scheinbaren Gegner*innen also so gut mit?

Extrem übel – oder bescheuert? -, was der Deutschlandfunk mit Andrea Nahles angestellt hat. Mir ist schon mehrmals aufgefallen, dass das gute Radioprogramm mit seinen reflektierten und in der Regel wohltuend differenzierenden Inhalten, von der Nachrichten- und/oder Online-Redaktion boulevardesk zugespitzt wird, weil wohl der Glaube vorherrscht, ohne Boulevardniveau „im Netz“ nicht wahrgenommen zu werden. Ein Irrtum.

Nur an einer deutschen Stelle, in der Jungen Welt vermerkt von Knut Mellenthin, fand ich einen Hinweis auf einen „guten“ Grund für das Feuern des FBI-Chefs: Trumps Konzern habe Geld gewaschen, eine Straftat, und zwar für russische Mafia-Organisationen. So soll es das Massenblatt „USA Today“ gemeldet haben. Donald Trump nur der Kellner? Sein öffentliches Amt bringt ihn gegenüber „Geschäftspartner*inne*n“ natürlich in eine bessere Position. Sein öffentlich dargestelltes Naturell spricht dafür, dass er ein starkes Bedürfnis danach gehabt haben muss. Entsprechende Hinweise gab es vor einigen Monaten bereits in den „Football Leaks“, in Deutschland vom „Spiegel“ vermarktet, aber kaum nachrecherchiert.

Gentrifizierung gibts auch in Kampala, der Hauptstadt von Uganda. Eine Kooperativenbewegung versucht sich dagegen zur Wehr zu setzen, und eine Guardian-Autorin berichtet im Freitag darüber.

Vor 8 Monaten (!) habe ich hier auf einen Bericht der Jungen Welt zu einer Hungerkatastrophe in Somalia hingewiesen. Der verlinkte Bericht ist leider mittlerweile in einem paywall-bewehrten Archiv verschwunden. Gestern fand eine „Geberkonferenz“ in London statt, die Hilfe gegen diese Hungerkatastrophe finanzieren und organisieren soll. Also fast eine ganze Schwangerschaft später. Man kann spekulieren, warum politische Opportunitäten das nicht früher erlaubt haben; und warum jetzt doch; besser als gar nicht. Kaum tolerabel ist, dass „unsere“ Medien, vor allem die von uns bezahlten öffentlich-rechtlichen, nicht früher auf das Thema hingewiesen haben, sondern sich mit der Politik im Gleichschritt bewegen, heute – endlich – mit Spendenaufruf in der Tagesschau. Dieser Gleichschritt ist beschämend peinlich.
Wie schwierig selbst unter den aktuellen Umständen Hilfeleistungen zu organisieren sein werden, verdeutlicht dieses FAZ-Interview mit einem somalischen Politologen. Seine Seriosität kann ich nicht abschätzen, fürchte jedoch, dass seine Darstellung nah an der Wirklichkeit ist. Die Verlagerung der Straßenkämpfe von Clanmilizen in ein „Parlament“ kann für den Alltag der Menschen Erleichterung schaffen, und wird trotzdem nur eine begrenzte Tragfähigkeit haben. Wer den somalischen Menschen helfen will, muss – wie Kenia es schon massenhaft getan hat – viel mehr somalische Flüchtlinge aufnehmen müssen.

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