NRW-Kultur / Seidenstrasse / Feminismus

Von , am Montag, 15. Mai 2017

Wer nach Gründen für die rot-grüne NRW-Wahlniederlage sucht, sollte die Kulturpolitik nicht vergessen. Wieso, die kostet doch nur Geld, wählt sowieso rot-grün und hat null politischen Einfluss? Andreas Rossmann veröffentlichte diese Analyse in der FAZ noch vor dem Wahlsonntag. Wahlrelevant ist sie aus folgenden Gründen: wer mit den Kulturschaffenden eine Kerngruppe planmässig demotiviert, mit Nichtbeachtung und demonstrativer intellektueller Ignoranz, darf sich über das Ergebnis nicht wundern. Die so „Gewürdigten“ sind sozial aussergewöhnlich aktive Individuen, was sie Denken und Meinen strahlt mehr in die Gesellschaft hinein, als es an den Zuschauer*innen*zahlen ihrer Darbietungen, die auch schon nicht so gering sind wie die meisten denken, abzulesen ist. Und dann kommt noch die Sache mit dem „Framing“ hinzu, wofür Kulturschaffende, wie Willy Brandt mal wusste, exakt die passenden Aktivist*inn*en sind. Elisabeth Wehling, zu Recht ein Star aktueller Mediendiskurse, erklärte es am Sonntag noch mal im Deutschlandfunk. Am besten verstehen tun es die Leute wie Gauland und im Merkel-Umfeld. Leider.

Unbeachtet von der deutschen Öffentlichkeit fand neben der NRW-Wahl auch noch ein weltpolitisch wichtiges Ereignis statt: die von China veranstaltete „Seidenstrassen“-Konferenz (dieser Link verschwindet in einigen Tagen in einem Paywall-Archiv), bei der die EU unter Führung der deutschen Wirtschaftsministerin (wie heisst die? wissen Sie nicht?) Zypries einen handfesten Eklat inszenierte. Ich weiss nicht, ob der in China die Bedeutung eines Reissackes überstieg, er war wohl für uns gedacht. Diese chinesischen Kommunisten diskriminieren nämlich permanent „unsere“ der Verarmung nahen Konzerne und wollen wichtige Infrastrukturprojekte statt mit „freier Marktwirtschaft“ unter staatlicher Kontrolle bauen und betreiben. Für gute Demokrat*inn*en halte ich die auch nicht, das ist aber nicht das Kriterium. Der Konflikt geht darum, wer dran verdient. Und das sind Sie und ich sowieso nicht. Und mit Diktatoren Geschäfte machen, damit hat Frau Zypries überhaupt kein Problem, auch was Rüstungsinvestitionen betrifft nicht, das hat sie kurz zuvor Herrn Erdogan versichert (dieser Link verschwindet in ein paar Tagen in einem Paywall-Archiv). Und jetzt raten Sie mal, in welcher Partei diese Ministerin ist.

Miriam Meckel hat in den letzten Jahren nach meiner ungerecht-subjektiven Wahrnehmung in erster Linie immer über sich selbst publiziert, auch und gerade was ernste Erkrankungen betraf. Sie kann sich aber auch analytisch und vernünftig über Feminismus äussern, hier im FAS-Interview.

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