FC AudiAdidasAllianz zieht ARD eine lange Nase

Von , am Donnerstag, 3. August 2017

Die Quoten-Strichjungen in der ARD-Programmdirektion haben es diesen Sommer wieder nicht leicht. Keine WM, keine EM (der Jungs), kein Olympia. Da haben sie sich am Grabbeltisch das Kirmesturnier in einer Großstadt im süddeutschen Raum andrehen lassen, in dem Glauben, Trainingseinheiten des dort regional führenden Fussballvereins würden nördlich des Main TV-Zuschauer*innen aus ihrer Liegeposition hochlocken. Nicht gemeldet wird, wieviel von unserem Haushaltsgebührengeld sie dabei an die armen Akteure, in deren Aufsichtsrat die Kleinunternehmen Audi, Adidas, Allianz, Telekom und ein Ex-VW-Boss sitzen, umverteilt haben. Ging jedenfalls ungefähr so schief, wie gestern der „Dieselgipfel„.
Im Einzelnen: der gastgebende Verein, der von gerichtsfest verurteilten Kriminellen angeführt wird, qualifizierte sich sportlich leider nur für das „Spiel um den dritten Platz“. Das sollen gestern ca. 2,5 Mio. Zuschauer*innen gesehen haben, also ein Drittel dessen, was die Frauennationalmannschaft, solange sie bei ihrer EM dabei war, vor die Glotze gelockt hat. Und mit rund 10% weniger Marktanteil, als die WDR-Lokalzeit im Dritten hatte, die parallel zur wenig dramatischen Schlussphase lief. Ungefähr 2 Mio. kamen dann hinzu, als das Spiel endlich zuende war, und die Tagesschau mit dem erwähnten „Dieselgipfel“ begann (nicht mitgezählt die Zuschauer*innen der Tagesschau in den Dritten, Phönix, 3sat etc.). Nach der Tagesschau entfloh direkt wieder 1 Mio. dem ARD-Programm, 3,5 Mio. (also 1 Mio. mehr als beim Spiel der Gastgeber) wollten dann Atletico Madrid gegen den FC Liverpool sehen.
Die ARD sendet ja grundsätzlich immer Spiele des Fussballkonzerns aus dem süddeutschen Raum, und seien es DFB-Pokalgegner aus westfälischen Kuhdörfern, nur weil sie sich mit der kriminellen Führung dieses Vereins dicketun wollen. Merkwürdige fast gespenstische Parallelen zwischen Berlin und München waren da zu erkennen. Das war also gestern wohl weniger Künstlerpech der TV-Manager, als vielmehr gerechte Strafe. Wenns nur nicht unser Geld gewesen wäre.

Fussballfachliche Ergänzung: der Sportdirektor des VfL VW aus Niedersachsen kommentiert den Enwicklungsstand des internationalen Frauenfussballs in der FAZ.

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