Drogen-Epidemie – für Trump gefährlich?

Von , am Sonntag, 13. August 2017

Die Grenze zwischen legalen und illegalen Drogen ist willkürlich, politisch gezogen. Und sie ist in beide Richtungen politisch verschiebbar. Selten geschieht das nach wissenschaftlichen Erkenntnissen, häufiger nach Massstäben gesellschaftspolitischer Opportunität. Wenn wir aktuellen Berichten glauben dürfen, kann sich das zu einem existenziellen Problem für Donald Trumps politische Macht auswachsen.

Ich formuliere das so vorsichtig konjunktivisch, weil dabei zahlreiche wenig sichtbare Einflussfaktoren eine Rolle spielen.
1. Es gibt eine globale Konkurrenzsituation, die auch auf kriegerische Mittel nicht verzichtet, zwischen dem „deutschen“ Globalkonzern BayerMonsanto und der US-amerikanischen Big Pharma-Branche. Beiden Seiten ist alles Üble zuzutrauen, auch propagandistische Kriegsführung über die Medien. Beide sind so kapitalstark, dass sie sich den Einsatz dicker, fetter Armeen von Influencer-Agenturen und NGOs leisten können.
2. Einflussreiche politisch starke Kräfte wollen die Illegalität von Drogen gegen ihre Legalisierung verteidigen, weil darauf ihr Geschäftsmodell aus feudalen Abhängigkeitsverhältnissen, Geldwäsche und Extraprofiten gebaut ist. Big Pharma auf beiden Seiten des Atlantiks ist in dieser Frage nicht dogmatisch, sondern opportunistisch; und natürlich oft nicht einig.
3. In oben verlinktem Bericht fiel mir die Erwähnung des globalen US-Konzerns „Johnson & Johnson“ auf. Er engagierte sich als Sponsor und mit einem sehr professionellen Bühnenauftritt einer Managerin beim „Global Citizen“-Popkonzert am Rande des Hamburger G20-Gipfels. Global Citizen ist eine globale NGO mit Erstsitz in Australien mit einer Anmutung, die eher einer PR-Agentur – keine Ahnung für wen – als einer demokratischen NGO ähnelt. Bei der Live-Übertragung des Hamburger Konzerts auf dem ARD-Sender ONE war mir der berechtigt-distanzierte Kommentar der mir persönlich bekannten und als politische Journalistin hochgeschätzten Isabel Schayani zum „Johnson & Johnson“-Auftritt aufgefallen („dazu gibt es auch andere Meinungen“). „J&J“ hat übrigens als einen Grossaktionär die Fondgesellschaft Blackrock; Bayer auch. Aufsichtsratsvorsitzender, allerdings „nur“ des deutschen Ablegers, ist der als Politiker fast schon vergessene Sauerländer Friedrich Merz.

Wenn es gelingen sollte Trump mit Hilfe von Big Pharma zu stürzen, soll es mir recht sein. Weg müssten beide, Trump ginge aber wahrscheinlich wohl schneller. Gesundheitspolitischer Massenmord sollte dabei nicht zu den Mitteln gehören. Frauke Steffens suggeriert in ihrem Bericht (s.o.) ja, dass, mit dem Einzug der Drogenabhängigkeit in die weisse Mittelschicht über den Umweg der Medikamentenabhängigkeit, Wähler*innen von Trump besonders stark betroffen sein könnten.
Das Problem beider Phänomene, von Trump und Big Pharma (über Saatgut, Düngemittel, Nahrungsergänzungsmittel und Aromaindustrie verbunden mit unserer globalen Ernährung) ist, dass die Mechanismen des Kapitalismus alle unsere Lebensbereiche fressen. Jeden Einzelnen, Lebensbereiche und Menschen, müssen wir dagegen verteidigen.

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