Wahlkampf legt Nebel über das Weltgeschehen

Von , am Freitag, 8. September 2017

Wahlkampf könnte Gelegenheit sein, Öffentlichkeit zu sensibilisieren und wichtige Fragen zu erörtern. Wie wirkt bestimmtes Weltgeschehen auf uns? Wo liegt darin unsere eigene Verantwortung? Welche Eingriffsmöglichkeiten gibt es für uns? Und für unsere Regierung, über deren Zusammensetzung zu wählen ist? Der gegenwärtige deutsche Wahlkampf dagegen scheint mir in auffälliger Weise genau das vermeiden zu wollen, und darüber Nebel zu verbreiten. Zeitungsseiten und Sendeplätze in den alten Medien werden mit unwichtigem selbstreferentiellem Kram verstopft, der gesellschaftliche Bedeutungsverlust dieser Medien damit beschleunigt. Wäre es nicht eine gute Idee, bei allem Erschauern über den Wirbelsturm „Irma“ mal seine politische Relevanz zu erörtern? Und seine soziale, z.B. mit einem Vergleich zwischen Haiti und Florida? Nur so eine Idee ….

In diesem Blog versuche ich immer wieder auf die Rosinen oder Chips aus kakaostarker Schokolade hinzuweisen, die ich aufgelesen habe, die ebenfalls eine tiefere Erörterung wert wären. Hier die heutigen Beispiele:

Das verhaltensauffällige Aserbaidschan: kaufen seine Diktatoren und Oligarchen sich, ähnlich wie Katar, unsere immer billiger werdende politische Klasse zusammen? Auch bei Football-Leaks und Trumps Beziehungen spielen seine Clans eine zentrale Rolle.

Unsere Freund*inn*e*n in Israel sind sehr erregt über eine Korruptionsaffäre mit massiver deutscher Beteiligung. Warum erfahren israelische Bürger*innen darüber so viel mehr als wir? Wäre das in unserem Wahlkampf etwa nicht interessant?

Die FDP, die unvermeidliche. Sie ist angeblich wieder hip, alle Leitmedien räumen Plätze für sie frei. Was käme denn unten raus, wenn sie gewählt wird? Wollen ihre Wähler*innen das so wenig wissen wie bei der AfD?

Und haben sie es schon mitbekommen? Dank der deutschen Verkehrspolitik, auch aber nicht nur des Herrn Dobrindt, sondern auch fast aller seiner Amtsvorgänger, bricht die komplette Logistik der Europäischen Union gerade zusammen, dank Deutschland, der EU-Führungsmacht, die eins besonders gut kann: auf den Tisch pochen, dass „Regeln eingehalten werden müssen“. Diesen Zusammenbruch sollen wir aber frühestens nach der Wahl bemerken.

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