Diskurs nach Wahlniederlage? / Kennedy-Akten / Katalonien / Putin

Von , am Mittwoch, 25. Oktober 2017

Ich bin kein Freund von Katastrophenstrategien, dass es also erst besonders schlimm kommen müsse, damit Menschen was verstehen. Andererseits glaube ich sehr wohl, dass aus eigenen Erfahrungen mehr gelernt wird, als aus theoretischen Vermittlungsbemühungen. Entscheiden Sie selbst, worum es sich beim Folgenden handelt.

Nach der Bundestagswahl, bei der das politisch nicht existierende Rot-Rot-Grün mathematisch von 42,7% (mit Mandatsmehrheit, weil 15,7% auf Parteien unter 5% verteilt waren) auf 38,6% gefallen ist, wird ein regelrechtes Diskursfeuerwerk abgebrannt. Nicht nur, dass die Linkspartei jetzt zwischen den Kipping- und Wagenknecht-Freund*inn*en streitet. Tom Strohschneider gibt im Oxiblog einen Überblick: Antje Vollmer, Diskursvirtuosin hat sich in der Berliner Zeitung mit staunenswerter Verve wieder eingemischt, Schulz wie immer widersprüchlich, soll die SPD von Corbyn lernen?

Angeblich sollen diese Woche bisher geheime Kennedy-Akten freigegeben werden. Markus Kompa rekapituliert bei Telepolis, wie wir seit langem von deutschen Medien dumm gehalten werden und in anderen Ländern mitlesen müssen.

Noch mal Katalonien: eine stark vernunftgesteuerte und strategische Kritik am Vorgehen der katalanischen Koalition habe ich in diesem Telepolis-Interview gefunden.

Mein Putin-Bild: ein Macht-Macho wie Trump, aber im Unterschied zu dem stark interessen- und vernunftgesteuert, und damit berechenbar (= Gegenteil von Trump). Während Teile der US-liberalen Opposition sich jetzt darauf verlegt haben, mit Ferndiagnosen über das Irresein ihres Präsidenten zu arbeiten, ist Putin das gewiss nicht. Die Nachdenkseiten haben dankenswerterweise die deutsche Übersetzung einer aktuellen Rede von ihm veröffentlicht. Die werden wohl alle lesen müssen, Gegner*innen, Freund*innen, und vor allem alle, die mit ihm was aushandeln wollen und müssen.

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