SPD-Depression – und ein Ausweg?

Von , am Mittwoch, 6. Dezember 2017

Marc-Jan Eumann ist ein anständiger Kerl und kein bräsiger Dummkopf. Das muss ich hier so ausdrücklich formulieren, weil man nach dem Interview, das er gestern dem Deutschlandfunk gab, durchaus auf anderslautende Gedanken kommen konnte. Es ist ja schön, dass die SPD nicht jede*n, der/die sich sehr für sie eingesetzt hat, wie eine heisse Kartoffel fallen lässt. Bei meiner Partei wäre ich froh, wenn ich bei ihr einen solchen Charakterzug noch erkennen könnte. Aber einem langjährigen Staatssekretär hätte man ein anständiges professionelles Interviewcoaching als Fortbildung im Bildungsurlaub wirklich mal angedeihen lassen können; die beleidigt von ihm beschimpfte Interviewerin machte schließlich auch nur ihre Arbeit. Und seine Leute in einem undurchsichtigen Hinterzimmerverfahren plus anrüchigem „Drehtüreffekt“ zu versorgen, das ist eher eine Schädigung des Ansehens und Erschwerung der Arbeit der eigenen Leute, als eine wirkliche Hilfe. Auch wenn Rheinland-Pfalz nur ein kleines Bundesland ist; immerhin ist dort die grösste verbliebene personelle Hoffnung der SPD versteckt – sonst bleibt nur noch Olaf Sch., der, schlau wie er ist, ein Ministeramt in der kommenden Großen Koalition planvoll vermeiden will.

Wir verlieren uns im Kleinscheiss.
Wenn sie mal so richtig depressiv werden wollen, dann lesen Sie diese Reportage des Berliner Tagesspiegels vom Bundespresseball. Dort treffen sich ja unsere angeblich Besten aus Politik und Medien, um miteinander Spass zu haben. Torsten Körner hat durchgehalten, von 16.30 h bis 5.30 h. Lesen geht schneller, aber drüber Nachdenken könnte eine Qual werden.

Heute bei Maischberger „Die Koalition der Verlierer – Drohen uns faule Kompromisse?“ tritt u.a. unser Leser Friedrich Küppersbusch leibhaftig auf. Will er den BVB auswärts bei Real nicht sehen? Oder ist es alte Kollegensolidarität? Zu besseren Zeiten dieser „Show“ war er selbst der Produzent.

Wie es gehen könnte für die SPD weiss Michael Schneider in den Blättern. Ich habe nicht rausgefunden, ob er der Schriftsteller ist, der im Attac-Beirat sitzt, oder der Historiker und Politologe der Friedrich-Ebert-Stiftung, bei dem ich an der Uni Bonn mal Proseminare belegt hatte. Oder ein ganz anderer Michael Schneider. Es sind aber inhaltlich exakt die Überlegungen, die die SPD – und wir Wähler*innen – jetzt anstellen müssen. Sie reichen weit über die blosse Koalitionsfrage hinaus.

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