EXTRA-DIENST - Beuel & Umland

NSU-Tribunal / Schinken-Panscherei

Von , am Montag, 22. Mai 2017

In Köln fand am Wochenende ein Tribunal zur NSU-Mordserie statt, Dorothea Marcus berichtet in der taz. Das Problem: in Strafgerichtsverfahren können nur auf konkrete Taten begrenzte Sachverhalte – im besten Falle – aufgeklärt werden. Es fehlen dabei Zusammenhänge, gesellschaftliche, politische. Deren Aufklärung wäre notwendiger Bestandteil einer Wiedergutmachung gegenüber den Hinterbliebenen.

Der leckerste und teuerste Schinken der Welt wird derzeit von der korrupten spanischen Regierung, in Zusammenarbeit mit der EU, planmässig ruiniert. So berichtete es Thomas Urban in der SZ am Wochenende. Es könnte einem egal sein, wenn die Spanier*innen so blöd sind. Sie sollten sich mal in der Toskana, bei den Produzent*inn*en des Brunello erkundigen, wohin Geschmackspanscherei führt – die Verkaufspreise jedenfalls wurden „bereinigt“. Es geht aber auch ein einmaliges Kulturgut verloren, und ein einzigartiger Geschmack. Und das gehört der Menschheit, keiner Regierung.

Fluglärm – in Beuel alle 5 Minuten

Von , am Sonntag, 21. Mai 2017

Eine willkürlich ausgewählte Sonntagsstunde, Wetterlage heiter bis wolkig:
11.55 Motorflieger
11.58 Hubschrauber, langsam fliegend
11.59 Motorflieger
12.01 Motorflieger
12.09 Motorflieger
12.15 Motorflieger
12.29 Motorflieger
12.42 Hubschrauber, langsam fliegend
12.51 Hubschrauber
12.53 Hubschrauber, tieffliegend
12.55 Hubschrauber, langsam fliegend
12.57 Motorflieger
Herzlichen Dank nach Hangelar und an alle Mitglieder des Aufsichtsrates, hier die aus Bonn.

Whiteness / NSU / Saudis / Portugal / Wahl-Legenden

Von , am Donnerstag, 18. Mai 2017

Ich bin weiss, männlich, heterosexuell – und damit Angehöriger einer Minderheit. In unserer gesellschaftlichen und politischen Sprach- und Begriffswelt wird aber so getan, als wenn das das Normale sei. In dieser Feststellung ist den Anwält*inn*en der „Critical Whiteness“ zuzustimmen. Gesellschaftspolitische Debatte und selbstermächtigte Psychobehandlung Einzelner sollte man aber auseinanderhalten können, wenn man an politischen Bündnissen und Erfolg interessiert ist und rassistischen Ideolog*inn*en nicht in die Falle tappen will, plädiert Leander F. Badura im Freitag.

Schlimmer als falsches politisches Denken und Reden ist falsches politisches Handeln. Die NSU-Affäre besteht aus nichts anderem, Weiterlesen

Bonn – von Panik regiert?

Von , am Sonntag, 14. Mai 2017

Die Torschlusspanik der Parteien hat wenige Tage vor der Landtagswahl den Bonner Stadtrat und seine Mehrheitskoalition aus CDU, Grünen und FDP erfasst. Drei Bebauungspläne waren der Anlass, und als Sahnehäubchen gab es einen abgelehnten For-Show-Antrag der CDU für mehr Videoüberwachung dazu. Es wird keinem der Beteiligten genutzt haben, weil es nur ihr bemitleidenswertes Niveau offenlegte.

Zur Erinnerung: nach der Kommunalwahl 2014 gibt es im Bonner Stadtrat nur zwei Möglichkeiten der Mehrheitsbildung, die Obengenannte, oder CDU/SPD. Letzteres hatte es bis zur Kommunalwahl 2009 unter OB Dieckmann gegeben, die nur durch außerordentliche Sorgfalt beim Sauberhalten ihrer Akten in der WCCB-Affäre vor einem staatsanwaltlichen Ermittlungsverfahren verschont blieb. Weil die damalige CDU-Führung natürlich, wie fast alle, mehr wusste, als in den Akten stand, hatte sie die Nase von den Genoss*inn*en voll, CDU und Grüne fanden sich zum ersten Bonner Schwarz-Grün zusammen. Bei der Wahl 2014 wurden dann, zur allgemeinen Überraschung, nicht die Grünen, die 1.500 Stimmen dazugewannen, sondern die CDU vom Wahlvolk bestraft.

Welche Interessen sollen nun die Bonner „Jamaika“-Koalition sprengen? Das ist nicht leicht zu ergründen. Für die Landtagswahl heute mag es opportun sein zu zeigen, dass sie sich nicht mögen. Herrjeh, das wäre ein bisschen arm, oder?
Der Streitgegenstand, drei Bebauungspläne, ist durchaus wichtig. Aber vor allem, worüber sich wirklich alle, alle einig sind, weil wir in Bonn Wohnungsnot haben, und zwar was kostengünstiges Wohnen betrifft. Der Streit geht nicht ums Ob, sondern ums Wie. Und das soll eine Koalition sprengen? Weiterlesen

Bürgeraktien für regionale Biolebensmittel im Rheinland

Von , am Freitag, 12. Mai 2017

von Sven Johannsen

Die Regionalwert AG Rheinland gibt Bürgerinnen und Bürgern, Institutionen, Stiftungen und Unternehmen die Möglichkeit, Geld sinnvoll, rentabel und nachhaltig in der Region anzulegen. Gemeinsam investieren wir in ökologische Projekte in der Land- und Lebensmittelwirtschaft. Der direkte Kontakt zu Bauern, Verarbeitern und Händlern, direkt vor unser Haustür – die Regionalwert AG Rheinland ist das Werkzeug dafür. Die Regionalwert-Gemeinschaft gestaltet ihre Region aktiv mit. Ökologisch, unternehmerisch und sozial.

Mit ihrer Beteiligung an der AG übernehmen Konsumenten gemeinsam Verantwortung für Anbau, Verarbeitung und Vermarktung ökologischer, regionaler Lebensmittel. Unsere Aktionärinnen und Aktionäre freuen sich über eine Rendite aus nachhaltiger Landwirtschaft und hochwertigen Lebensmitteln. Hergestellt von Bauernhöfen und Betrieben, die mit Tieren, Menschen und Umwelt vernünftig umgehen.

Interessierte Menschen haben bis zum 12. Juli 2017 die Möglichkeit, die neuen Aktien unser Kapitalerhöhung zu zeichnen.

Mehr Infos gerne unter 0221 – 677 709 87 und auf www.regionalwert-rheinland.de

SPD-Wahlniederlage – hier ein Hinweis auf Ursachen

Von , am Donnerstag, 11. Mai 2017

Sonntagabend wird wieder öffentlch gegrübelt, warum „wir unsere Inhalte nicht ausreichend vermitteln“ konnten. Über viele Gründe wird schon lange ausgiebig spekuliert. Der Kern der NRW-Probleme liegt im Ruhrgebiet und in seinem wenig gelungenen Strukturwandel. Bis zur Generation der heutigen Rentner ist es jeder Generation besser ergangen als der vorherigen. Damit ist jetzt Schluss.
Die heutigen Rentner sind viele, sie sind die ersten Jahrgänge des Nachkriegs-Babybooms. Und sie haben viele Kinder und Enkel. Sie alle werden von dem Vertrauensverlust erfasst, wie er durch Erlebnisse wie in dieser Handelsblatt-Story über Mannesmann-Rentner gespeist wird. Hier werden Sozialdemokraten und Gewerkschafter als empathiefreie, verantwortungslose („bin ich nicht dabei gewesen“) und nichts wissen wollende Karrieristen wahrgenommen. Etliche sind es wirklich, vielen anderen tut das Unrecht, hilft denen aber auch nicht mehr. Die Betroffenen des Schadens, die mal an den sozialen Fortschritt unserer Demokratie und das Gute glaubten, werden zu verbitterten Paranoikern. Man hört auf, miteinander zu reden, wenn man den Gegenüber für einen kriminellen Mafioso hält.
Ich weiss aus meinem Ruhrgebietserleben: Mannesmann ist kein Einzelfall.

Fehler: Flugplatz Hangelar provoziert

Von , am Mittwoch, 10. Mai 2017

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger in Beuel, Schwarzrheindorf, Geislar, ich muss mich in aller Form bei Ihnen entschuldigen. Gestern habe ich einen schweren Fehler gemacht, der Sie mglw. alle in schreckliche Mitleidenschaft gezogen hat. Und zwar schrieb ich gestern um 14.53 h, in frühlingshaftem Übermut nach einem sonnigen Spaziergang diese E-Mail an den Flugplatz Hangelar:

Sehr geehrte Damen und Herren,
ist etwas kaputt?
Ist Arbeitskampf?
Oder eine Krankheitsepidemie?
War das Mittagessen schlecht?
Brauchen Sie Notarzt und/oder Polizei?
Eben ging ich am Beueler Rheinufer nördlich der Kennedybrücke und habe mehrere Minuten hintereinander keinen Hubschrauber und auch sonst keinen Fluglärm gehört. Beim heutigen schönen Wetter unter Normalbedingungen undenkbar…..
Oder hat es was mit der Landtagswahl am Sonntag zu tun?
Freundliche Grüße

Offensichtlich habe ich mit dieser E-Mail den Hangelar-Tower aus dem Mittagschlaf geweckt. 15.07 h ging es wieder los, 15.09, 15.11, 15.17 usw. Der Rest des Nachmittags machte den Eindruck, als solle „Versäumtes“ nachgeholt werden. Um 16.55 h erhielt ich folgende E-Mail-Antwort:

Sehr geehrter Herr Boettger,
bei uns am Verkehrslandeplatz lief der Betrieb heute wie immer. Es gab keine besondere Verkehrslage.
Mit freundlichen Grüßen
Flugplatzgesellschaft Hangelar mbH
i.A. Jürgen Unterberg

Die Flugaufsicht über den Flugplatz Hangelar übt das Regierungspräsidium Düsseldorf aus, eine Landesbehörde. Sonntag ist Landtagswahl.

Schulen – NRW katholischer als Bayern

Von , am Dienstag, 9. Mai 2017

Vielleicht droht bald der Denkmalsschutz oder Eintragung auf eine Rote Liste aussterbender Arten: die NRW-Bekenntnisschulen, die nicht nur ungläubige Kinder ihrer Umgebung ablehnen, sondern auch schon mal geschiedene Lehrer*innen feuern. Vor einiger Zeit hatten Katja Dörner, grüne Bundestagsabgeordnete, und Tim Achtermeyer, grüner Stadtverordneter, hier dazu geschrieben (am Tag der Veröffentlichung hatten wir leider einen mehrstündigen Serverausfall).
Heute berichtete der Deutschlandfunk in seinem täglichen Religionsmagazin – ja sowas gibt es da – aus Bonn über das Thema, anlässlich einer Veranstaltung der taz im Haus der Deutschen Welle.

Russe zog Strippen / Trump&Rousseau / Oberhausen

Von , am Sonntag, 7. Mai 2017

Ist Vitali Shkliarov ein genial-moderner Campaigner oder ein unseriöser globaler Jobhopper? Nach Lektüre seines beeindruckenden taz-Interviews bin ich mir da noch nicht sicher. Seine zahlreichen Jobstationen, u.a. Wladimir Kaminer und Bernie Sanders, sind zweifellos beeindruckend und sprechen für ein erfülltes Leben.

Der DLF wiederholte heute ein Essay von Pankaj Mishra mit der steilen These Rousseau sei ein geistiger Vorläufer/Wegbereiter von Trump gewesen. Diese PR-orientierte Steile ist gar nicht erforderlich. Das Geraderücken der selbstverliebten europäischen Verherrlichung dessen, was sie als „Aufklärung“ bezeichnet, hat Substanz genug. Dafür braucht es keinen Trumphinweis als Abspaltung und weist auf den kritikwürdigen Unrat vor der eigenen Tür hin.

Nicht weniger selbstkritisch aber vor allem schön die „Deutschlandrundfahrt“ des gleichen Senders (in seinem Berliner Kulturprogramm, Autorin: Renate Schönfelder) mit Gerburg Jahnke (+ Dauerverlobten Hajo Somers) in Oberhausen, schöne Musik, Kluges zu Ruhrgebiet und Fussball. Besseres Heimatradio jedenfalls, als das, das sich selbst so versteht: WDR 2 wurde in der FAZ von Andreas Rossmann absolut zutreffend aufs Korn genommen. Mit diesem Sender bin ich, wie mit der WAZ, aufgewachsen. Und kann mich gar nicht mehr erinnern, wann ich ihn das letzte Mal eingeschaltet habe.

BSC-Garantie: 1 Tor pro 1,50 € Eintritt

Von , am Samstag, 6. Mai 2017

Zum dritten Mal war ich diese Saison beim Bonner SC, und zum dritten Mal habe ich es nicht bereut. 19 Tore in drei Spielen, da kann man sich als Zuschauer nicht beschweren.
Heute war Borussia Mönchengladbach II/U23 zu Gast, die bringen 0 Gästezuschauer mit; ihre Fans hatten ja gleichzeitig Heimspiel im Borussiapark. Das zeigt schon die DFB/DFL-fabrizierten Probleme dieser Liga. Die Traditionsvereine sind den Zweitmannschaften der Erstligisten finanziell um mehrere Klassen unterlegen, fungieren wettbewerbsverzerrend als deren Sparringspartner. Zwar sind die Erstligareservisten sportlich attraktive Gegner. Aber keiner will sie sehen, weil die bessere Ausgabe von ihnen gleichzeitig irgendwo, und im Zweifel immer im TV, spielt. Gleichzeitig werden alle Viertligisten mit teuren Lizenzauflagen malträtiert, die es ihnen zusätzlich unmöglich machen, jemals wieder eine Konkurrenzfähigkeit zu erkämpfen.
Beim heutigen Superspiel meldete der BSC 450 Zuschauer, bei einem 4:4 macht das 2 Tore pro 100 Zuschauer. Gibt es ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis?

Zum sportlichen Verlauf: in Selbstüberschätzung ihrer technischen und spielerischen Überlegenheit legten die Gladbacher zu Spielbeginn einen schlampig-pomadigen Auftritt in ihrer Defensive hin, Weiterlesen