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BVB: Tuchel muss was unternehmen

Von , am Dienstag, 21. März 2017

von Klaus Kleinöder

Ich bin sehr ernüchtert hinsichtlich des Leistungsvermögens des BvB. Mögen auch die Ergebnisse – meistens – noch stimmen, so ist mir sein Spiel mittlerweile unansehnlich geworden. Ich gehöre nicht zu den Leuten, die auf den Inhalt eines Spiels weniger Wert legen als auf das Resultat – mit einer einzigen (!) Ausnahme: es geht gegen München.
Was der BvB beispielsweise letzten Freitag gezeigt hat, ist einfach nur stümperhaft. Seit wenigstens 5 Jahren beklage ich, dass dem Team bis auf wenige Ausnahmen für das hastige, manchmal hektische und gehetzt wirkende Spiel die unerlässliche (!) Technik fehlt. Ohne zu übertreiben: Mir fällt es schwer, dem BvB zuzuschauen. Nur rennen und rackern reicht mir nicht. Nochmal dass Spiel gegen Ing.: Da stand, ebenso wie gegen Lotte übrigens auch, eine komplette Nationalmannschaft bzw.- Kader auf dem Platz und war zu 85 Prozent nicht in der Lage, den Ball über zwei Stationen zu spielen, wenn es nach vorne ging. In der 80. habe ich voller Empörung den Fernseher ausgedreht. Lieber höre ich Katrin Müller-H. zu (was für mich die Spitze des Masochismus ist).

Ernst Huberty 90

Von , am Dienstag, 21. Februar 2017

Als Moderator und Sportressortchef des WDR erschien er mir immer zu konservativ-reaktionär; als Livereporter ist er für mich dagegen Legende geblieben. Keiner kann ihm bei dieser Arbeit das Wasser reichen. Der WDR widmete ihm am Sonntagabend eine sparsame 30-minütige Würdigung und liess dafür, was er sowieso immer gerne und häufig tut, das kritische Magazin „Sport inside“ ausfallen. Für Menschen mit gutem Erinnerungsvermögen offenbarte sie sehr viel mehr Widersprüche, als für oberflächliche Betrachter*innen der Jetztzeit.

Steffen Simon, heutiger WDR-Sportchef, liess es sich nicht nehmen, seinen Vorvorgänger, zwischen ihnen war nach meiner Erinnerung nur Heribert Fassbender, selbst zu interviewen. Während er dem Jubilar mit leuchtenden Augen und getragener Stimme seine Verehrung versicherte, ist Simon doch im positiven wie negativen das komplette Gegenteil von Huberty. Weiterlesen

In Portugal läuft vieles gut – BVB ratlos

Von , am Dienstag, 14. Februar 2017

Da Fußballspieler heute alle alphabetisiert sind, müssen wir davon ausgehen, dass die Missstimmungen im Vereinsinneren und -äußeren nicht spurlos an ihnen vorübergehen. Den Eindruck mussten wir heute Abend gewinnen, wenn wir dem Geschehen in Lissabon optisch beiwohnten. 0:1 heisst: es ist noch nichts verloren; kein Auswärtstor ist im KO-System aber immer schlecht.
Während der BVB zumindest in der 1. Halbzeit noch spielerisch überlegen war, setzte sich am Ende eine taktische Überlegenheit von Benfica durch. Nach ihrem Führungstor hatte man das Gefühl, dass sie in Ballnähe immer eine Überzahl herstellen konnten. Weiterlesen

Fussballwochenenden können so schön sein

Von , am Sonntag, 12. Februar 2017

Was das Auswärtsunentschieden von Borussia Mönchengladbach in Darmstadt wert war, wissen wir jetzt. Spätestens seit gestern. Viele Gladbach-Fans hatten zunächst über das Engagement von Dieter Hecking gemotzt. Sie sind verstummt. Er ist zwar nicht mehr der Jüngste. Aber darum nicht unmodern. Er hat einen klaren Blick für die Wirklichkeit und verzichtet auf große Schnauze und überzogene Eigen-PR. Gestern hat die Borussia zum zweiten Mal auswärts gewonnen, obwohl die zuletzt besten Einzelspieler Raffael (verletzt) und Stindl (Mannschaftskapitän, gesperrt) pausieren mussten. Die Mannschaft funktioniert wieder. Das Mittelfeld mit Kramer und Dahoud blüht förmlich wieder auf. Wenn der Bundestrainer nicht Löw wäre, wären sie heisse Kandidaten…..
Und liebe FC-Fans, Ihr müsst nicht nur wegen der heutigen Niederlage beim SCF – dickes, dickes Kompliment an Christian Streich – jetzt ganz stark sein. Weiterlesen

Die Nazis von Dorstfeld treiben unsere Enteignung des Fußballs voran

Von , am Montag, 6. Februar 2017

Viel dummes Zeug ist schon über „No-Go-Areas“ im Ruhrgebiet geschwätzt, geschrieben und gesendet worden. Essen-Altenessen oder Duisburg-Marxloh sind es jedenfalls nicht, davon habe ich mich persönlich an hellen und dunklen Tagesstunden überzeugt. Bei Dortmund-Dorstfeld bin ich mir dagegen nicht mehr so sicher. Das haben sich deutsche Nazis als bevorzugte Wohngegend ausgeguckt. Und weder Sicherheitsbehörden, noch die Stadt Dortmund, und anscheinend auch der BVB haben bisher Mittel gefunden, ihr Terrain von diesem menschenfeindlichen ideologischen Dreck sauberzuhalten.
Dafür nehme ich als glaubwürdige Zeugen: Klaus Bittermann in der Jungen Welt, und Friedrich Küppersbusch in der taz: „Das Spiel gegen ‚RedBull‘ zu nutzen, um zur Gewalt ‚… gegen die Bullen!‘ aufzurufen, ist so richtig schön offene Hose. Bin wieder Monate von jeder ‚SÜD‘-Romantik geheilt.“ Beide sind berühmt-berüchtigte BVB-Fans.

Der Spin der Berichterstattung geht bisher aber mit keiner Silbe gegen rechte Gewalttäter. Nichts mit einem Rechtsstaat zu tun hat beispielsweise die Leipziger Aufforderung, der BVB solle die Gewalttaten aufklären. Der BVB weist das nicht zurück, sondern teilt im Gegenteil mit, schon damit befasst zu sein. Weiterlesen

Reus war ohne Führerschein besser

Von , am Samstag, 4. Februar 2017

10-20cm Abseits waren entscheidend dafür, dass der BVB heute an einer handfesten Depression vorbeigeschrammt ist. Gegen das ersatzgeschwächte Milliardärsspielzeug Leipzig war eine strategische spielerische Überlegenheit nie zu erkennen. Im Gegenteil: die dauerhafte Aggressivität des Gastes bestimmte das ganze Spielgeschehen.
Der frühere deutsche Meister musste Kontern im eigenen Stadion, so wie es Gladbach in seinen besseren Tagen immer am Bökelberg gegen Bayern tun musste. Heute ist natürlich alles viel schneller, austrainierter und robuster. Unter diesen Vorzeichen zeigte der 19-jährige Dembele mal wieder, welches Weltklassepotenzial in ihm steckt, Weiterlesen

Westherne und Nordlüdenscheid im Panicroom

Von , am Dienstag, 31. Januar 2017

In Düsseldorf war eine Sportbusinessmesse. Und die wichtigste dort diskutierte Frage war, wie die Fans endlich vollständig enteignet werden können. Imgrunde also die Trumpsche Agenda herunterdekliniert auf unsere beliebteste Sportart, die jetzt neu definiert wird als letzte kapitalistische Goldgrube, nachdem alles andere leider abgegrast und ausgebeutet ist. Relevanter Widerstand dagegen ist nicht erkennbar. Dennoch ist die Nervosität groß. Denn es könnte sein, dass die kapitalistische Systematik nicht von Kommunisten, sondern von sich selbst gekillt wird.

In Düsseldorf wurde den Sport-„Journalisten“ in die Aufnahmegeräte diktiert, dass die „50+1-Regelung“, eine letzte Bremse gegen schrankenlose Investoreninvasion, die in Wolfsburg, Leverkusen, Hoffenheim, Leipzig und Hamburg längst nicht mehr gilt, bald ganz weg soll. Für Hannover 96 und seinen verhassten Präsidenten Kind, quasi eine Trump-Zwergenausgabe in der DFL, zu spät. Der hat das Verhältnis zu den Fans so vollständig ruiniert, Weiterlesen

Max Eberl

Von , am Montag, 23. Januar 2017

Natürlich bringt mich, wie jeden Gladbach-Fan, das Werben des Steuerkriminellen Uli Hoeness um Max Eberl zur Weißglut. Und ich kann darum mit Eberls Interview am Samstag im Aktuellen Sportstudio nicht zufrieden sein. Trotzdem bleiben Restzweifel, ob Hoeness‘ Störmanöver erfolgreich enden kann, denn Eberl ist ein kluger Kopf. Ich versuche mal, mich in ihn reinzuversetzen.

Es wäre unvernünftig von Eberl, die alte Geheimagentenweisheit, die exakt identisch im nicht weniger kriminellen Fußballbusiness gilt, „Sag‘ niemals nie!“ zu vergessen. Darum seine Einsilbigkeit auf entsprechende Fragen. Seinen Buddy Hoeness, in alten Jugendfußballertagen liebgewonnen, und Eberl war damals keine Supertalent, sondern lebte auch schon als aktiver Fußballer von seinen charakterlichen Stärken, wollte er nicht öffentlich desavouieren. Die Antworten auf alle anderen Fragen waren aber durchaus erhellend. Weiterlesen

Köln-Sylvester II / Algerien / Lebensmittelmonopole / Frankfurter Schule / Autozukunft / Trauern / BVB

Von , am Donnerstag, 12. Januar 2017

Die Sau scheint durchs Dorf durch. Das heisst, dass tatsächliche Aufklärung jetzt erst beginnt. Sebastian Weiermann trägt dazu bei: Sylvester in Köln II.
Unruhen in Algerien. Ach, das haben Sie nicht bemerkt? Ist auch nicht so einfach zu erklären, wie es deutsche Leitmedien lieben würden. Junge Welt und Jungle World versuchen es trotzdem.
Marktwirtschaft? Lächerlich: der globale Lebensmittelhandel ist in der Hand weniger Konzerne, die mit ihren Geschäftsmodellen und Konzernstrategien die Welternährung komplett erobern wollen. Unter Weltherrschaft tuts wohl keiner mehr. Eine Bestandsaufnahme dieser antihumanistischen Front haben mehrere Stiftungen und Organisationen in einem „Konzernatlas“ zusammengetragen, der hier heruntergeladen werden kann.
Die Frankfurter Schule ist an mir vorübergezogen. Als mit und gegen sie demonstriert wurde war ich 11. Erst mein Freund und Mitautor Dieter Bott, Hartz-IV-„Kunde“ in Düsseldorf, hat sie mir nahegebracht. Er lernte beim echten Adorno, kannte auch seine Frau und langjährige Witwe, deren eigene intellektuelle Beiträge (von wegen „Frau, die den Rücken freihält“) in der Öffentlichkeit nie hinreichend gewürdigt wurden. Weiterlesen

Männerfussball & die Obergrenze des BVB

Von , am Freitag, 16. Dezember 2016

Wer es sich einfach machen will, kann feststellen: der BVB ist im Stadion des Milliardärs Hopp in der Ortschaft Sinsheim verpfiffen worden. Einem Tor von „1899“ ging ein klares Foul voraus; der Platzverweis gegen Reus war unberechtigt, weil der Zweikampf, was Foulspiel betraf, mindestens ein Unentschieden darstellte. Dennoch waren die BVB-Defizite klarer sichtbar als gegen Real Madrid.

In der Abwehr fehlte ein Chef. Bartra kann diese Rolle (noch?) nicht spielen, der genesene Bender in seinem ersten Spiel auch nicht, so wenig wie Ginter mit dem nur sporadischen Vertrauen seines Trainers, heute, als er fehlte, merkte man deutlich wie wichtig Sokratis ist, ausserdem fehlte merklich (!) der erste Torwart Bürki. Stärkere Teams hätten heute mehr als zwei Tore gegen diese Abwehr gemacht. Weiterlesen