Schlagwort-Archive: Dieter Bott

WDR / UK / Geldverbrennungsanlage

Von , am Dienstag, 4. Juli 2017

In den letzten Wochen gab es in der Blase der Medienschaffenden eine heftige Debatte um die sog. Antisemitismus-Dokumentation „Auserwählt und ausgegrenzt – der Hass auf Juden in Europa“, die der WDR und Arte zunächst abgelehnt, und dann doch gesendet haben. Hier überlagern sich verschiedene Konfliktthemen, von denen der Antisemitismus nur einer ist, der die anderen zudeckt: wie arbeiten öffentliche TV-Sender heute? Wie behandeln sie das Genre der Information und Dokumentation? Wie gestalten sich die Produktionsverhältnisse und was sind sie uns wert. Den besten Überblick über diese Debatte publizierte kürzlich Rene Martens für die Medienkorrespondenz. Mein Gastautor Dieter Bott stellte ihn mir in den 90ern bei einer linken Fussballfan-Tagung in Erkenschwick mal persönlich vor, ein anständiger Kerl.

Beklagenswerterweise informierten uns deutschsprachige Medien bisher völlig unzureichend über die gesellschaftlichen Hintergründe des scheinbar überraschenden Ergebnisses der jüngsten Unterhauswahl im Vereinigten Königreich (UK). Denn hinter dem guten Wahlergebnis von Labour (40%) verbirgt sich eine Umwälzung der gesellschaftlichen Basis Britanniens, die auch für andere kapitalistische Länder, also z.B. unseres, aufschlussreich sein kann.

Atomkraft soll angeblich das Klima schützen, weil bei ihr ja nichts verbrannt wird? Haha, haben wir gelacht. Atomkraft verbrennt auch, und zwar unser Steuergeld. Damit es uns nicht ganz so wehtut, hier ein aktueller Handelsblatt-Bericht über die Verbrennung von französischem, britischem und chinesischem Kapital. Ist nicht so schlimm, gibt es ja genug davon.

Staatsversagen NSU / Schlechtmenschenfeuilleton

Von , am Samstag, 5. November 2016

Bundesjustizminister Maas bezeichnete diese Woche die mangelhafte Aufklärung der NSU-Verbrechen zutreffend als Staatsversagen. Gut, es gäbe noch viele weitere Beispiele, aber dieses ist aktuell wirklich das Schlimmste. In einem Gespräch mit der taz ziehen Petra Pau (MdB Linke, Untersuchungsausschussmitglied), Stephan Kramer (von Rot-Rot-Grün neuernannter Verfassungsschutz-Chef in Thüringen) und Sebastian Scharmer (Nebenklägeranwalt im Zschäpe-Prozess) eine verheerende Zwischenbilanz. Wenn wir als Staatsbürger unserem Staat das durchgehen lassen, können wir uns wirklich von allem abmelden.
Da sie offenbar keine anderen Sorgen haben, regen sich die rechten Schlechtmenschen in den Feuilletons immer noch über die Gutmenschen-Rede von Carolin Emcke auf, die hier Dieter Bott schon gewürdigt hat. Rene Aguigah, zu besseren Zeiten des Senders noch im WDR zu hören, kommentierte das beim Deutschlandradio, Sibylle Berg wies bei Sp-on darauf hin. Ihr Aufruf zur Frauensolidarität in diesem Zusammenhang – keine Angst Männer, das könnte noch was dauern.

Jürgen Roth schreibt den Höhepunkt der spielfreien Tage

Von , am Freitag, 24. Juni 2016

Jürgen Roth lernte ich in den 90er Jahren in Erkenschwick kennen. Die damaligen linken Fußball-Fan-Initiativen tagten dort in einer Bildungsstätte der Falken. Dieter Bott stellte uns vor. Dass Roth viel gesprochen hätte kann ich mich nicht erinnern. Er schreibt, und das exzellent.
Zu seinen Fachveröffentlichungen gehören Texte zum Rauchen und zum Biertrinken, oft auf der Wahrheit-Seite der taz oder in der Jungen Welt. Skandalös scheisse bezahlt, so viel ist sicher. Spiegel-online zahlt zwar auch viel schlechter als der unnötige Papier-Spiegel. Immerhin haben sie die Sprachkritik Jürgen Roths erspäht und zu sich gelockt. Was er zum EM-TV schreibt stimmt alles.