Schlagwort-Archive: DuMont

Ökonomie: Doofsein wird bestraft

Von , am Dienstag, 8. August 2017

Aber das muss ja nicht so bleiben. Also nächster Versuch.
„Lügenblatt“ (Zitat Dietrich Kittner) BILD ist jedenfalls nicht alles schuld. Von einst 5 Mio. Käufer*inne*n in den 90ern sind bis heute weniger als 40% übrig geblieben. Das also „alle“ nur diesen Blödsinn lesen, ist nachweisbar falsch. Schlimmer ist: tatsächlich meinungsbildende „Qualitätsmedien“, auch und gerade manisch „faktencheckende“ öffentlich-rechtliche, lassen sich vom „Lügenblatt“ ihre Agenda diktieren. Was da steht, muss ja wichtig sein. So kann mann auch seinen Job aufgeben ….
So wird dann von der veröffentlichten Meinung der Eindruck erweckt und versucht zu erzeugen, öffentliches Eigentum sei schlecht, privates Eigentum sei gut. Öffentliche, gemeinwohlverpflichtete Eigentümer sind doof, private egoistische Eigentümer sind clever und darum gut. „Wenn alle nur an sich denken, ist ja an alle gedacht.“ (Jürgen Becker). So stellt sich der Deutsche die Marktwirtschaft vor. So glauben sie dann allen Ernstes, wenn das Land Niedersachsen bei VW mitredet, ist das schlecht. Wenn es die Deutsche Bank mit ihren chinesischen und katarischen Großaktionären tut, ist das besser? Wohl kaum.
In der herrschenden deutschen Wirtschaftswissenschaft und ihren Standardwerken wird versucht „zum Nichtgebrauch ihres Verstandes und ihrer Vernunft insgesamt anzuleiten“, Weiterlesen

Geisterhaus DuMont

Von , am Mittwoch, 18. Januar 2017

Wie hier schon kommentiert, macht der Kölner Zeitungsverlag DuMont-Schauberg Berliner Konzernteile dicht, um sie anschliessend zu schlechteren Bedingungen für seine Beschäftigten neu zu eröffnen. Manchmal fragt man sich ja, was „die Politik in Berlin“ so den lieben langen Tag eigentlich macht. Hier hätte sie ein dankbares Betätigungsfeld: seit Jahrzehnten bekämpfen die Milliardärsfamilien, denen die deutschen Zeitungsverlage gehören, das Tarif- und Arbeitsrecht mit dieser Methode. In der Wirklichkeit schaffen sie damit Machtverhältnisse, wie sie nicht im Betriebsverfassungsgesetz, aber auf lateinamerikanischen Latifundien üblich sind. Es wäre die ureigene Aufgabe des Gesetzgebers, also des Parlaments, die scheunentorgroßen Gesetzeslücken, durch die diese fetten Elefanten spazieren, zu schliessen. Bekannt geworden ist darüber bisher leider nichts.
Stattdessen spielt in der Wirklichkeit des bald ehemaligen Berliner Verlags ein falscher Film, den eine eindrückliche Reportage der Medienjournalistin Ulrike Simon, eine Autorin, die gewöhnlich nicht zu einseitiger Polemik neigt, beschreibt. Der Mediendienst „Horizont“, in dem sie diese Reportage publiziert, wird übrigens von einem ehemaligen Chefredakteur des Hauses DuMont verantwortet.
Simon formuliert die naheliegende spekulative Frage, wann der gleiche Film im Rheinland abgespielt werden dürfte. Fast symbolisch ist das Haus am Bonner Suttner-Platz, in dem sich jahrelang die Bonner Express-Redaktion befand (und auch die BfG, Bank für „gemeine Wirtschaft“), bereits durch Abriss verschwunden.

DuMont – wird der Konzern gerettet oder zerdeppert?

Von , am Mittwoch, 2. November 2016

Es gab eine Zeit, das ist noch weniger als 10 Jahre her, da war der beste Lokaljournalist in Bonn Thomas Aghte. Er leitete die klitzekleine Bonner Lokalredaktion des „Rhein-Sieg-Anzeiger“, ein lokaler Bonner Ableger des „Kölner Stadt-Anzeiger“, als der noch eine gute regionale Tageszeitung war. Die Zeit ist darüber hinweggegangen, was bedeutet: die Zeitungsverleger in NRW arrondieren schon seit Jahrzehnten untereinander ihre Verbreitungsgebiete, so dass sie jeweils in „ihrem“ Gebiet zu Monopolisten werden. Den Boden für das heutige „Lügenpresse“-Gerede haben sie damit bestens gedüngt. Die Verlage Neusser (Bonn, General-Anzeiger) und DuMont-Schauberg (Köln) haben dabei nicht abseits gestanden.
Der Verlag DuMont-Schauberg kommt in diesen Wochen nicht mehr zur Ruhe. Man fragt sich, wie seine Beschäftigten unter den aktuellen Bedingungen Weiterlesen

Handelsblatt bezeichnet DuMont als Übernahmekandidat

Von , am Freitag, 8. Juli 2016

Die Tatsache, dass ihre Pressehäuser keine Kapitalrenditen von 25% mehr erwirtschaften, empfinden manche der diese Häuser besitzenden Milliardärsfamilien als Krise. Dieses, nunja, ziemlich unangenehme Gefühl wird für viele Beschäftigte dieser Pressehäuser zu einer handfesten Existenzkrise, wenn die Milliardärsfamilien für ihre Rendite mal wieder ein paar hundert Arbeitsplätze einsparen wollen.
Noch besser gelingt dieses Einsparen, wenn man Häuser, die technisch sowieso das Gleiche machen, Weiterlesen