Schlagwort-Archive: EM

Fussball – Rassismus von Englands Frauentrainer?

Von , am Mittwoch, 23. August 2017

Bei der EM war Mark Sampson noch als Heissmacher des englischen Teams gefeiert worden. Nun wehrt sich eine schwarze Spielerin, die sich von ihm ausgebootet fühlt. Während schwarze Deutsche noch vorsichtig agieren, wenn es um die Wahrung ihrer Interessen geht, ist die schwarze Community auf der britischen Insel schon weiter darin, Offensive zu entwickeln. Frank Hellmann berichtet (u.a. taz und FR).

FC AudiAdidasAllianz zieht ARD eine lange Nase

Von , am Donnerstag, 3. August 2017

Die Quoten-Strichjungen in der ARD-Programmdirektion haben es diesen Sommer wieder nicht leicht. Keine WM, keine EM (der Jungs), kein Olympia. Da haben sie sich am Grabbeltisch das Kirmesturnier in einer Großstadt im süddeutschen Raum andrehen lassen, in dem Glauben, Trainingseinheiten des dort regional führenden Fussballvereins würden nördlich des Main TV-Zuschauer*innen aus ihrer Liegeposition hochlocken. Nicht gemeldet wird, wieviel von unserem Haushaltsgebührengeld sie dabei an die armen Akteure, in deren Aufsichtsrat die Kleinunternehmen Audi, Adidas, Allianz, Telekom und ein Ex-VW-Boss sitzen, umverteilt haben. Ging jedenfalls ungefähr so schief, wie gestern der „Dieselgipfel„.
Im Einzelnen: der gastgebende Verein, der von gerichtsfest verurteilten Kriminellen angeführt wird, qualifizierte sich sportlich leider nur für das „Spiel um den dritten Platz“. Das sollen gestern ca. 2,5 Mio. Zuschauer*innen gesehen haben, also ein Drittel dessen, was die Frauennationalmannschaft, solange sie bei ihrer EM dabei war, vor die Glotze gelockt hat. Weiterlesen

Die Andern waren besser

Von , am Sonntag, 30. Juli 2017

Hält Deutschland das aus? Die jahrzehntelange deutsche Dominanz im Frauenfussball ist zuende. Eine gute Schulung für die Politik, wenn es in der globalen und europäischen Grossmachtkonkurrenz zu ähnlichen Ergebnissen kommen sollte. Für die europäische Entwicklung des Frauenfussballs könnte diese EM dagegen nicht besser verlaufen. Die alte Männer-Bundestrainer-Weisheit „Es gibt keine Kleinen mehr“ ist offensichtlich bei den europäischen Fussball-Ladies endlich wahr geworden.
Was die bisherigen Viertelfinalsiegerinnen aus den Niederlanden und Dänemark sportlich gezeigt haben, sind keine Zufallsprodukte. Obwohl sie auch individuell herausragende Spielerinnen haben – van de Sanden, Harder, Nadim – funktionieren sie Weiterlesen

Maizière/Boris Palmer hätten Dänemarks Stürmerin abgeschoben

Von , am Freitag, 28. Juli 2017

Bei der Fussball-EM zittert Deutschland vor Dänemark. Die Jungs 1992 hatten nicht gezittert, und dann locker 0:2 verloren. Ganz Europa, die ganze Welt hat gelacht über die Niederlage des damaligen Weltmeisters, weil Dänemark die Legende verbreitete, seine Spieler seien direkt von der Sonnenliege und der Pommesbude zum Finale angereist. Jetzt geht es ernster zu.
Die Däninnen haben ihren Sturm diesmal mit Nadia Nadim aus Afghanistan verstärkt. Das wäre mit unserem Bundesinnenminister sicher nicht passiert. Die FR setzt ihre sehr anständige von Frank Hellmann fast allein gelieferte EM-Berichterstattung damit fort.
Er beschreibt auch kurz gerafft die grossen Probleme der Mitfavoritinnen aus Frankreich, die als nächste WM-Gastgeberinnen unter zusätzlichem Verwertungsdruck stehen, und dem in der Vorrunde kaum standzuhalten wussten.
Und hier Hellmanns Protokoll der öffentlichen Statements von Steffi Jones, die keinem Druck aus dem Weg geht.

EM: Mädels, ihr werdets den Männern nie recht machen ….

Von , am Mittwoch, 26. Juli 2017

Seit 1991 seid ihr zweimal Weltmeisterinnen geworden, also genauso oft wie die Jungs (1990 und 2014). Achtmal wurdet Ihr Europameisterinnen, davon die letzten sechs Male hintereinander. Die Jungs? Vergesst es, das letzte Mal vor 21 Jahren. Wie diese unterschiedlichen Leistungen bezahlt wurden – Mantel des Schweigens der Männer darüber. In den USA verklagen die Mädels die Männer jetzt dafür. Ihr dagegen seid schon mit 37.500 Euro zufrieden? Super, dann könnten wir den Tarif ja jetzt auch den Jungs vorschlagen, wg. Grundgesetz Art. 3, und so ….
1990 wurden die Jungs Weltmeister mit Rumpelfussball. Durch einen Elfmeter! Danach waren die Strassen voll mit Besoffenen (Männern), wie sonst nur beim Karneval. Ähnlich bei der EM 1996 (Golden Goal von Bierhoff), bei der die Jungs das Finale nur erreichten, durch ….. ein legendär gewordenes Elfmeterschiessen. Über die Schönheit ihres damaligen Fussballspiels lieber den Mantel des Schweigens, Weiterlesen

Frauen-EM macht Lust auf mehr

Von , am Dienstag, 18. Juli 2017

In Deutschland bricht, wenn mal eine Fussball-WM oder -EM nicht gewonnen wird, in der Regel sofort eine Krise aus. Die deutsche Vorberichterstattung zur diesjährigen Frauen-EM in den Niederlanden tut gerade so, als ergäbe sich aus dem sechsmaligen Titelgewinn in Serie ein Naturrecht, dass das so bleibt. Die Deutschen und ihr Sportverständnis, Übertreiben der Konkurrenz, Selbstoptimierungswahn, Leistungsfetischismus, gekoppelt mit fehlendem Sinn für Respekt, Schönheit, Muße und Genuss – das alles lässt sich im Fussball studieren.

Darum spielt der Frauenfussball – gegen alle ökonomische Rationalität übrigens – hierzulande immer noch ein Schattendasein. Die Frauenbundesliga dämmert dahin, von den Geldvereinen von VW und diesem Konzern aus dem südddeutschen Raum beherrscht, Zuschauer*innen*schnitt unter 1.000 pro Spiel, TV-Präsenz nahe 0. Folgerichtig wandern die besten Spielerinnen, wie Maroszan oder zuvor Bresonik, nach Frankreich ab. Besser bezahlt, und bessere spielerische Entwicklung. Die Französinnen sind seit längerem das Brasilien des Frauenfussballs: Weiterlesen

Teammaschine schlägt Kampfmaschine

Von , am Montag, 3. Juli 2017

Respekt vor dem Gegner ist eine Tugend, die, nunja, nicht typisch deutsch ist. Chile, verdienter Gewinner der Copa America 2016, hat sich den verdient. Mit gerade einmal einem internationalen Star, Alexis Sanchez, und dem auffälligen Testosteronbomber und besoffenen Ferraricrasher Vidal im Aufgebot, der wegen Verletzung nur zeitweise mitspielen konnte, schlugen die Chilenen das stargespickte Argentinien (Messi, di Maria, Higuain u.v.m.) knapp aber verdient. Bei dieser Auseinandersetzung zeigte sich wie so oft, dass eine ausgeprägte Hierarchie der Stars, in Argentinien, wie nach Guardiola auch bei Barca, mit der absoluten Herrschaft des Messiclans, sich im Endergebnis negativ auf die komplette Mannschaftsleistung auswirkt. Wenn im Weltspitzenfussball die Kleinigkeiten entscheiden können, ist das keine Kleinigkeit mehr.

So auch gestern Abend. Weiterlesen

Rassistische Arroganz: kein Free-TV vom Africa-Cup

Von , am Samstag, 14. Januar 2017

Beim Africa-Cup gibt es oft schlechte Spiele. Bei der letzten EM gab es das auch. Bei den WMs sowieso. Der Africa-Cup wird in einem diktatorisch regierten Land ausgetragen. Ach so. Die nächsten WMs, die TV-Rechte sind längst „gesichert“ worden, finden dagegen in den Musterdemokratien Russland und Katar statt.
Diese „Argumente“ sind vorgeschoben. Das ökonomische Kalkül ist, dass die rassistischen Deutschen sich für billige, fussballspielende Negerkinder zu wenig interessieren. Der früher sendende TV-Kanal Eurosport hat die Rechte sogar für andere europäische Länder erworben, für den großen deutschen Markt aber diesmal nicht. Die neuen US-Besitzer dieses Senders haben vor kurzem die TV-Rechte für Olympia für 1,3 Mrd. gekauft, zur Freude des deutschen Wirtschaftsanwalts Thomas Bach, und jetzt kauft sie ihnen in Deutschland – bisher – keiner ab. Sie müssen also sparen, und sind verunsichert, was diesen Teilmarkt betrifft. Da sparen wir als erstes Mal risikolos bei den Negern.
In Deutschland wird den Internet-Livestream vom Africa-Cup ein Wettanbieter, den ich hier nicht verlinke, senden, der dafür eine Login verlangt, also Daten sammeln will. Negerfussball wollen also nur Suchtabhängige gucken, bzw. wer das sehen will, könnte mit hoher Wahrscheinlichkeit auch wettsüchtig werden. Keine menschliche Logik, aber Algorithmen kriegen das hin.
So verpassen wir hier also die Zukunft des Fussballs. Denn woher kommen die preisgünstigsten Talente? Die Spielerberaterkonzerne sitzen in Gabun alle auf der Tribüne.

Kompliment BVB – Ansätze zur Weltklasse

Von , am Mittwoch, 7. Dezember 2016

Wie schwer die Krise meiner Lieblingsmannschaften, Barca und der Borussia vom Niederrhein ist, hat man heute in Madrid gesehen. Gegen dieses Real Madrid konnte Barca zuhause nicht gewinnen, und bei diesem Barca ging meine Borussia unter.
Der BVB hat heute gezeigt, wie schlagbar Real ist, was für eine mittelmässige Mannschaft diese Ansammlung von unbestrittenen Weltklassestars zusammen bildet. Wie bei Barca ist das Strukturproblem, im Defensivspiel die Ruhepausen und defensiven Unvollkommenheiten der Stürmerstars zu kompensieren. Die Stars sind gut zum Strahlen, fürs Spektakel, fürs Marketing; für Mannschaften sind sie ein großes Problem. Ich erinnere nur daran, dass Portugal das EM-Finale gegen Frankreich gewann, als Ronaldo verletzt ausgeschieden war.
Der BVB, als Mannschaft immer noch unvollkommen in der Umbruch- und Findungsphase, hat die Schwächen von Real heute intelligent offengelegt. Pepe fehlte, Ramos wird nicht mehr schneller, ein harmonisches Ensemble sind die nicht. Die BVB-Youngster Dembele und Pulisic hatten Probleme ins Spiel zu finden, doch für ihre spielerische Reifung war es mit Sicherheit ein epochales Ereignis. Sofort voll da war der kurz vor Schluss eingewechselte Däne mit türkischen Verwandten Emre Mor. Wie er vor dem Ausgleichstor den Ball eroberte und mit einem Zauberpass Aubameyang auf die Reise zur Torvorbereitung des 2:2 von Marco Reus schickte, das findet Platz in zukünftigen Lehrfilmen. Der ist 19!
Marco Reus, verdammt. In all seinen Verletzungspausen schätze ich uns Gladbach-Fans glücklich, dass „wir“ für ihn noch so viel Geld bekommen hatten. Die Führerscheingeschichte hatte sogar Borderline-Charakter, persönlich in jeder Hinsicht dramatisch. Doch wenn man ihn spielen sieht, ist das alles vergessen. Stoff für eine weitere Legende.
Monsanto Leverkusen spielte heute auch, in einem kleinen Stadion, das dennoch nur halbvoll war. Merkwürdig, an der sportlichen Leistung lag es nicht. Also woran dann?

Medientratsch – wird FAZ-Feuilleton abgewirtschaftet?

Von , am Montag, 4. Juli 2016

Die Süddeutsche berichtet über eine innovative, mutige und erfolgreiche Krimiproduzentin, gearbeitet wurde in Südafrika. Axel Milberg hat mitgeholfen.
Kai-Hinrich Renner ist beim Handelsblatt wieder im Dienst.
Und Ulrike Simon hat sich den Schirrmacher-Nachfolger Jürgen Kaube mal so richtig zur Brust genommen, scheinbar stellvertretend für zu ängstliche FAZ-Beschäftigte.
Boris Rosenkranz beklagt völlig zu Recht die Unverhältnismäßigkeit und abgebrühte Gefühllosigkeit deutscher TV-Nachrichten. Nicht nur die machen sich einen schlangen Fuß. Während der Fußball-EM wird sogar der richtige Sportjournalismus im WDR-Fernsehen stillgelegt. Gefragt ist nur noch Produktpräsentation. Das hat schon was Totalitäres.