Schlagwort-Archive: Endenich

Bistro Mademoiselle zieht bald um, in Endenich

Von , am Donnerstag, 16. November 2017

Was ist das Schönste an meinen regelmässigen Arbeitsamtsterminen? Neben der Tatsache des gemässigten Fahrradtrainings auf der Bergauf-Hinfahrt: dass das hier schon mehrfach gelobte Bistro Mademoiselle auf der Strecke liegt. Heute lag mein Termin so günstig, dass ich anschliessend zu einer ausgedehnten Mittagspause dort einfallen konnte.
Es gab Tarte flambèe mit geräucherter Entenbrust und eingelegten Pflaumen, von Sarah Monteiro geschmackssicher abgeschmeckt mit frischen Kräutern (u.a. Salbei, Thymian). Zum Nachtisch ein Crepe mit aus Boskop selbstgemachtem Apfelsorbet, beides allein schon ein Gedicht, bzw. zwei (zusammen 19,90). Dazu trank ich auf Empfehlung des Hauses einen „Pinotin“ von Michael Fiebrich aus Mayschoss. Kompliment, muss ein starker kleiner Winzer sein.
Das Phänomen der Senora Monteiro ist ihre nie versiegende Experimentierfreude, begünstigt durch regelmässige Expeditionsreisen zu unseren französischen Nachbar*inn*en. Sie wirkt trotz des wirklich harten Geschäfts, das sie betreibt, auf glücklichste Weise inspiriert, nicht – was mir sehr angenehm ist – als Performance-Künstlerin in ihrem kleinen Lokal, das sie liebevoll-sachlich betreibt, sondern bei der Produktion dessen, was sie auf den Teller bringt. Und beim sorgfältigen Einkauf der begleitenden Getränke.
Nun hat sie sich einen Umzug vorgenommen, in ein etwas geräumigeres nahegelegenes Lokal direkt am Magdalenenplatz, vom Hbf. aus mit den Linien 606 oder 607 eine Haltestelle früher aussteigen, genau gegenüber der Sparkassenfiliale. Anfang des neuen Jahres soll es soweit sein.
Sei glücklich Endenich! Sonst hole ich sie endlich nach Beuel, wo sie fast schon einmal gelandet wäre. Sie würde gut in ein künftiges Pantheon-Viertel passen.

Was klappt eigentlich überhaupt in dieser Stadt?

Von , am Montag, 4. September 2017

Vor wenigen Tagen hat Martin Böttger an dieser Stelle die Planungssünden der Stadt Bonn in Sachen Südüberbauung des Bahnhofsvorplatzes geschildert. In der vorigen Woche war ich als Wahl-Bornheimer zugegebenermaßen mit dem Auto in Bonn unterwegs, um in meiner langjährigen Heimatstadt einige Erledigungen zu machen. Natürlich habe ich die beschriebenen Wege nicht alle am Stück gemacht – aber folgen Sie mir auf einer fiktiven Rundreise durch Bonn und begleiten Sie mich auf dem kommunalen Weg von Desaster zu Desaster.

Zunächst ging es zur Zahnärztin nach Bad Godesberg – interessante Verkehrsführung auf der B9 mit Stau in den Sommerferien um 11.30 – das muss einer erst mal schaffen. Weil hier kontaminierter Teer entdeckt wurde, der dringend zu entsorgen war. Man fragt sich allerdings, wieso es in der Stadt, die mal Hauptstadt war und ein Umweltamt hat, bis 2017 dauerte, bis dieser Giftfund aus den 70er Jahren auffiel, Anwohner und Büroangestellte durften vermutlich jahrelang den Abrieb der B9 einatmen. Allerdings nicht auf dem Stück am Landesbehördenhaus entlang – das steht seit bald zehn Jahren leer. Grüße an Stadt und Landesliegenschaftsbetrieb!

Wir sind in Bad Godesberg, am Kurfürstenbad. Dieses kleinste linksrheinische Schwimmbad hätte Anfang der 2000er Jahre durch den Einbau eines Blockheizkraftwerkes rentabel gemacht werden können. Nicht nur der damalige Bäderamtschef, der längst in Rente ist, verhinderte das, sondern auch Stellen der Stadt, die in der gesamten Zeile eine lukrativ zu vermarktende Immobilie sahen, die Dollarzeichen bereits in den Augen. Ein großkotziger Liegenamtschef namens Naujoks wollte eine „Gesamtlösung für alle Bäder“- er stürzte inzwischen nicht nur darüber. So kämpfen Bürger jetzt um ein Fossil, das wohl inzwischen finanziell kaum zu retten ist.

Auf dem Rückweg kommen wir am neuen „tollen“ Projekt der Stadt, dem geplanten Prunkbad im Wasserland vorbei. Angeblich energiesparend mit Abwärme vom Kraftwerk und Blockheizkraftwerk (BHKW). BHKW sind technisch gesehen Gasmotoren, die einen Generator antreiben mit 95% Wirkungsgrad. BHKW plus Fermwärme ist physikalisch ein maultierreitender Esel. Entweder ich nutze Wärme eines BHKW und nutze den Strom oder verkaufe einen Teil des Stroms oder ich habe Ab- (Fern-)wärme eines Kraftwerkes, dann brauche ich kein BHKW. Alles andere ist ökonomischer und ökologischer Unsinn. Genau das aber haben Stadt Bonn und SWB den Bürgern im Wasserland bisher vorgegaukelt. Schaumermal, wie das ausgeht.

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Worum Beuel Endenich beneiden muss

Von , am Dienstag, 20. September 2016

Auf dem Rückweg von der Bundesagentur für Arbeit oben auf dem Berg in Duisdorf, machte ich für eine Mittagspause Station in Endenich bei Sarah Monteiro-Gashi im Bistro Mademoiselle. Und was soll ich sagen: obwohl ich Sarah schon viele Jahre kenne, war es ein kleines kulinarisches Erweckungserlebnis.

Kennengelernt haben wir uns auf dem Marktplatz in Bonns City, wo Sarah mit Hilfe ihrer Mutter, Birgit Alexander-Monteiro, im Hauptberuf Gleichstellungsbeauftragte bei der GIZ (Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit), einen Espresso&Crepes-Wagen betrieb. Ich lernte die beiden kennen, als sie anlässlich einer Freiluftveranstaltung Bärbel Höhn, MdB und ehemalige NRW-Landesministerin Weiterlesen