Schlagwort-Archive: Europa League

Noch 23 Punkte – Bundesligakrise?

Von , am Sonntag, 29. Oktober 2017

Borussia Mönchengladbach gab am 10. Bundesligaspieltag die erste Vorstellung von zwei guten Halbzeiten hintereinander. Mit nur einem guten Spiel den 6. Tabellenplatz zu erobern, sagt, da die Tabelle nicht lügt, einiges aus. Hätten wir gegen Bayermonsanto den auf dem Papier vorgesehenen Heimsieg eingefahren, wären wir jetzt punktgleich mit dem Tabellenzweiten BVB. Und hätten wir uns beim Gastspiel im Westfalenstadion nicht so blamiert, gegen einen, wie jetzt alle wissen, schlagbaren Gegner, dann wären wir punktgleich mit dem Tabellenführer aus dem süddeutschen Raum.

Dass gestern zwei Spieler der zuletzt heftig kritisierten Abwehr 2 der 3 Tore machten, dass sie beim Spielstand von 1:1 im gegnerischen Strafraum abstaubten, bei einem Auswärtsspiel gegen den – bis dahin – Tabellenvierten mit seinem jugendlichen, und was Wurfdisziplinen betrifft, noch sehr sportlichen Wundertrainer, sagt erfreulich viel über Selbstvertrauen und Spielstärke der Mannschaft – mit dem Rätsel, warum das nicht regelmässig sichtbar wird. Auch dass Thorgan Hazard mit seinem ersten Feldtor (nach 2 Elfmetern) der Saison die Spitze der mannschaftsinternen Torjägerliste eroberte, die er sich mit Lars Stindl teilt, ist kein Grund zur Kritik. Auf je mehr Spieler sich die Torerfolge verteilen, umso schwerer ist die Mannschaft für Gegner ausrechenbar. Leider ist sie das bisher auch für ihre Fans. Ziel muss bleiben: 40 Punkte, und dann gucken wir, wie weit wir sind; fehlen also noch 23.

Wenn also eine solche Mannschaft einen Europa-League-Platz erobert, was sagt das dann über die Bundesliga? Weiterlesen

Andere Kulturen: bei der Bahn, im Fussball, Männer

Von , am Donnerstag, 28. September 2017

Die Bahnkatastrophe im Rheintal, auf die in diesem Blog schon hingewiesen wurde, wird immer noch nur von Nischenmedien ausgeleuchtet. Winfried Wolf, alter Trotzkist, dennoch exzellenter linker Bahnexperte, auch mal MdB der Linken gewesen, beschreibt in Kontext minutiös die Vertuschung des Unfallhergangs bei Rastatt. Christoph Jehle beschreibt auf Telepolis die aktuell missliche Lage im europäischen Bahnnetz: alle haben ihre Arbeit gemacht, mit milliardenschweren Vorleistungen vor allem in der Schweiz, nur die Deutschen sind für alles was Eisenbahn betrifft zu doof.
Das hat mentale Ähnlichkeiten mit der Bearbeitung der Gewaltverbrechen der NSU oder des Terroristen Amri: es wird eine spezifische Kultur der Verantwortungslosigkeit in deutschen Bürokratie- und Konzernstrukturen erkennbar.
In China geht alles viel schneller: nicht nur die E-Autoquote, die Zugstrecken werden schneller gebaut, die Züge fahren schneller, und die korrupten Verantwortlichen landen schneller im Knast. Ist uns das, hier von Kai Strittmatter in der SZ beschrieben, lieber, so ganz ohne bremsende Demokratie? Weiterlesen

BVB & Borussia

Von , am Freitag, 18. August 2017

Keine Ahnung, wen das „Eröffnungsspiel“ der neuen Bundesligasaison interessieren soll. Ein sympathischer Verein ist nicht daran beteiligt. Werfen wir einen Blick auf die beiden Borussias, das ist desillusionierend genug.

Die Operette, die der BVB derzeit rund um den Fall Dembele gibt, hätte ich auf diesem niedrigen Niveau bei diesem Verein nicht für möglich gehalten. Einen 20-jährigen, und mag er noch so ekelhafte Berater*innen haben, mit Hilfe von BILD und den abschreibenden Medien in den Regen zu stellen, selbst Mitspieler zu nötigen dabei mitzumachen, ist keine Werbung für hoffnungsvolle Neuverpflichtungen. Bei Watzke und Co. scheint die Vorstellung zu dominieren, dass man von Barca so viel einzunehmen gedenkt, dass sie dann Werbung um neue Talente nicht mehr nötig hätten, sondern Neuverpflichtungen zum Gnadenerweis werden. So stellen sich deutsche Vereinspräsidenten ihre Feudalherrschaft vor, Weiterlesen

Noch 8 Punkte bis zum Klassenerhalt

Von , am Samstag, 4. März 2017

Erstmals steht Borussia Mönchengladbach auf einem passenden Tabellenplatz: 8. Das wichtigste Saisonziel ist klar vor Augen – um am Ende vor dem FC Köln zu landen, muss noch 1 Punkt aufgeholt werden.
Jetzt nur nicht abheben. Für einen sicheren Klassenerhalt braucht man 40 Punkte, fehlen noch 8. Danach kann man seriös die Planung für die neue Saison verfolgen; je früher umso besser.
Heute wurde der finanziell klar überlegene Gegner aus der Metropole Ruhrgebiet mit dem Sponsor Gazprom im Rücken fussballerisch klar beherrscht. Bei 43% Ballbesitz erreichte die Borussia ein Torschussverhältnis von 19:7. Ähnlich wie in der Vorrunde gegen den FC, nur dass das seinerzeit scheisse ausging. Bei diesem FC-Spiel stolperte Fabian Johnson bisweilen über seine eigenen Beine und wurde von eigenen Fans beschimpft, heute machte er zwei Tore. Sichtbarer kann das segensreiche Wirken von Trainer Hecking nicht werden.
Noch zweimal muss gegen diesen Gegner in den nächsten Tagen gespielt werden, in der Kür Europa-League. Ihn zu unterschätzen, das ist ja wohl der Trainer vor, und dass er die Mannschaft derzeit „erreicht“, ist gut zu sehen. Ein Weiterkommen in diesem Wettbewerb würde ein bisschen Trinkgeld in die Kasse spülen, und könnte auf einen feinen Marketingerfolg auf dem europäischen Markt („The German Team“ als Ersatz für den im Englischen unaussprechlichen Stadtnamen) führen.
Träumerei. Jetzt muss geklärt werden, was mit Eberl ist.

Update nach dem ZDF-Sportstudio: „Momentan zu 100%“ bleibt Eberl mit diesen eigenen Worten in Gladbach, nachdem er attestiert hatte „Die Fragen werden kreativer.“ Schöne Formulierungen, die der wachsenden Eberl-Astrologie weiter Nahrung geben.

Wann platzt die Fußball-Blase?

Von , am Donnerstag, 3. November 2016

Nehmen wir die TV-Termine dieser Woche:
Mo. 20.15 h St. Pauli (erstmals in dieser Saison: 5 x 1.Liga)
Di. 20.45 h Champions League (demnächst zusätzlich um 19 h)
Mi. 20.45 h Champions League (demnächst zusätzlich um 19 h)
Do. 19 h & 21.05 h Europa-League
Fr. 18.30 h 2.Liga, 20.30 h 1.Liga
Sa. 13 h 2.Liga, 15.30 h 1.Liga, 18.30 1.Liga
So. 13.30 h 2.Liga (erstmals diese Saison auch 2 x 1.Liga), 15.30 h 1.Liga, 17.30 h 1.Liga
Es gibt immer noch Leute, die sich wundern, dass die Amateurmannschaften, die keine Profikarriere anbieten und am Wochenende spielen müssen, Nachwuchsprobleme haben. Ich wiederum kann aus eigener persönlicher Erfahrung berichten, dass das Zugucken vor der Glotze auch schon körperlich anstrengend ist. Nach zwei Spielen hintereinander ist, da mein Kneipier einfach keine Liegestühle anschaffen will, „alles zuende“.

Doch manchen ist es noch nicht genug. Weiterlesen