Schlagwort-Archive: Heynckes

„Mein Verein“ (WDR): VfL 1900 Borussia Mönchengladbach

Von , am Montag, 28. August 2017

Andreas Kramer gehört der TV-Mannschaft von Arnd Zeigler an, der weit über die Grenzen Werder Bremens hinaus bis vor die Stadtmauern einer bayrischen Grossstadt bundesweit Respekt und Anerkennung für seinen Humor und seine Fachlichkeit geniesst. Er kann also nicht verkehrt sein. Zu Beginn des Films packte mich Entsetzen: was ist das denn für ein provinzieller Mist? Er kriegte noch die Kurve, zu einem knappen aber grundsätzlich sympathischen zufriedenstellend.

Auch dieser Film verhob sich nicht an der reichen Geschichte des Vereins, sie wäre, da gebe ich Kramer völlig recht, in 45 Minuten Film nicht zu packen gewesen. Dass er sich für die zurückhaltende Würdigung Lucien Favres rechtfertigt, ist ok. Auch würdigt er die 60er Jahre angemessen. Dass er dabei allerdings kein einziges Mal den Namen des Kölners (!!!) und Gottvaters des Mönchengladbacher Fussballs Hennes Weisweiler nennt, ist aber dann doch ein notenentscheidender schwerer Fehler. Ohne Weisweiler, der nicht nur unzählige Fussballtalente sondern zu Lebzeiten 90% der deutschen Profitrainer ausbildete, hätte es die Mönchengladbacher Fussballgeschichte wie wir sie kennen – und also auch diesen Film! – nicht gegeben. Gegen diesen Fehler ist es fast schon eine lässliche Sünde, dass auch Jupp Heynckes ungenannt bleibt, Weiterlesen

Freibad oder Fussball?

Von , am Freitag, 4. August 2017

Für Jugendliche im Ruhrgebiet der 70er Jahre war das die tägliche Sommerlochfrage.
Selten liess sich beides so gut verbinden wie am 5.6.1971. Ich hörte die Schlusskonferenz des letzten Spieltages der Bundesliga im Freibad Gladbeck. Ich glaubte kaum an ein gutes Ende, denn Borussia Mönchengladbach schien durch die Wertung des Torpfostenbruchs im Spiel gegen Werder Bremen (Spielstand wenige Minuten vor Schluss 1:1, Spielwertung danach 0:2) die Chance zur Titelverteidigung gegen den Fussballkonzern aus dem süddeutschen Raum, verspielt zu haben. Doch dann gelang am letzten Spieltag der kaum zu erwartende 4:1-Auswärtssieg bei Eintracht Frankfurt. Bis zur 70. Minute stand es 1:1, Bernd Nickel hatte die Führung durch Netzer mit einem seiner berühmten Hammerweitschüsse ausgeglichen, alle Fingernägel waren abgekaut. Dann Weiterlesen

BVB & Favre: Geld allein macht nicht glücklich

Von , am Freitag, 19. Mai 2017

…. es erlaubt nur auf angenehme Weise unglücklich zu sein. Ist es das, was Lucien Favre noch braucht? Ich glaube nicht. Ein sehr engagierter BVB-Fan erzählte mir diese Woche, er verliere die Lust am Profifussball, wenn er „das“ sehe. Auch mich haben diese Anwandlungen diese Saison oft befallen. Der Overkill ist nah.

Sogar der Fussballkonzern aus dem süddeutschen Raum musste diese Saison lernen, dass es Leute gibt, Philipp Lahm und Max Eberl, die seine Angebote ablehnen können. Die BVB-Aktiengesellschaft hielt es nun für nötig, mit Durchstechereien von BILD bis Freddie Röckenhaus (SZ) gegen ihren Trainer Tuchel zu intrigieren, unmittelbar vor der Entscheidung um einen sicheren Champions-League-Platz, und vor dem Pokalfinale. Wer auf diese Methoden angewiesen ist, zeigt damit in erster Linie seine Schwäche und Instabilität.

Das wird auch einem klugen Trainer wie Lucien Favre nicht verborgen geblieben sein. Weiterlesen

Danke Lucien

Von , am Montag, 21. September 2015

Er ist gegangen aus eigenem Entschluss. Der VfL hat ihn nicht rausgeworfen. So ist die öffentliche Performance der Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses von Lucien Favre mit dem VfL 1900 Borussia Mönchengladbach. Beide Seiten wahren so ihr Gesicht.

Favre hat als Trainer ein ähnlich sympathisch-verrücktes Image wie Guardiola, dem er er einst als Hospitant beim CF Barcelona beim Trainieren zugesehen hat. Weiterlesen