Schlagwort-Archive: Horeni

BVB & Favre: Geld allein macht nicht glücklich

Von , am Freitag, 19. Mai 2017

…. es erlaubt nur auf angenehme Weise unglücklich zu sein. Ist es das, was Lucien Favre noch braucht? Ich glaube nicht. Ein sehr engagierter BVB-Fan erzählte mir diese Woche, er verliere die Lust am Profifussball, wenn er „das“ sehe. Auch mich haben diese Anwandlungen diese Saison oft befallen. Der Overkill ist nah.

Sogar der Fussballkonzern aus dem süddeutschen Raum musste diese Saison lernen, dass es Leute gibt, Philipp Lahm und Max Eberl, die seine Angebote ablehnen können. Die BVB-Aktiengesellschaft hielt es nun für nötig, mit Durchstechereien von BILD bis Freddie Röckenhaus (SZ) gegen ihren Trainer Tuchel zu intrigieren, unmittelbar vor der Entscheidung um einen sicheren Champions-League-Platz, und vor dem Pokalfinale. Wer auf diese Methoden angewiesen ist, zeigt damit in erster Linie seine Schwäche und Instabilität.

Das wird auch einem klugen Trainer wie Lucien Favre nicht verborgen geblieben sein. Weiterlesen

Frankreich / Fussballkapitalismus / Sex

Von , am Freitag, 5. Mai 2017

Die Nervosität steigt, diesmal nicht im deutschen Bauchnabel, sondern im europäischen. Die Stichwahl in Frankreich beschäftigt den besten Talkshow-Rezensenten der deutschen Medienlandschaft Hans Hütt. Und der beruhigt uns nicht. Was selbst nach einer Wahl Macrons alles – von Deutschland zu verantworten – falsch laufen kann, erläutert Thomas Fricke (bei Sp-on).

Im gleichen Blatt (FAZ) ist Michael Horeni ein besonders informatives Interview mit einer Strategin im Männerfussball, Katja Kraus, u.a. adidas-Aufsichtsrätin, gelungen. Vieles daran kann einem Fan nicht gefallen, ist aber die Wahrheit. Merkwürdig nur, dass in diesem Gespräch die Wachstumspotenziale des Frauenfussballs, keine Träumerei sondern ebenfalls harte Wirklichkeit, völlig unerwähnt bleiben.

Wie sich unsere Sexbeziehungen durch die Kommunikation verändern, und umgekehrt, beschreibt eindrucksvoll dieses Feature des Deutschlandradios. Da lobe ich mir den „Sex des Alters“.

WM-Quali: Jetzt mal nicht überschnappen

Von , am Sonntag, 9. Oktober 2016

Guter Fußball war das gestern Abend, BRD – Tschechien 3:0. Der Gegner hat sich nicht wehrlos ergeben, die deutsche Mannschaft war gut, und Tschechien exakt eine Klasse schwächer. Klassischer Medienreflex: nach einem guten Spiel direkt mal total Überschnappen, wie hier Peter Ahrens beim Spiegel. Da wird die Mannschaft eines bekannt kaufkräftigen DFB, der immer, immer, immer von „Losglück“ bei der Zusammenstellung von Qualifikationsgruppen begünstigt wurde, zu den nächsten Weltmeistern 2018 hochgejazzt. Drunter gehts wohl nicht – was ist der Rest der Welt gegen uns?
Trotzdem bewegt sich die Welt auch im Rest ausserhalb von uns Großmacht. Während unser schärfster Rivale in der Quali-Gruppe z.Z. Aserbaidschan ist, überraschen die Inselvölker. Malta unterliegt nur 0:2 beim Kolonialherren England. Island, die Stars der letzten EM, siegte in der 95. Minute 3:2 gegen Finnland. Und die gefürchteten Faröer-Inseln bleiben ungeschlagen und siegen auswärts 2:0 in Lettland; da wäre man gerne auf einer der Inseln in einer Fußballkneipe dabei gewesen – falls sie nicht alle mit der Mannschaft mitgereist sind. Es wird interessant sein, ob den Kapverdischen Inseln in der Afrika-Quali ein ähnlicher Coup gelingt, nachdem sie die afrikanischen Fußballgroßmächte schon bei letzten Africa-Cup zur Verzweiflung gebracht haben.
Diese „exotischen“ Ereignisse halten den Fußball am Leben. Er stirbt erst, wenn die Ergebnisse sich aus den Kapitalflüssen ausrechnen lassen. Es ist nicht mehr weit bis dorthin. Aber wer will das erleben?

Hier noch ein kleiner Blick in die deutsche Fußballwirklichkeit: Julian Weigl im Interview mit Michael Horeni, beide Leistungsträger ihres Gewerbes (FAZ). Weigl sitzt bei Löw auf der Ersatzbank, und bleibt so ebenso unverletzt, wie die von Löw konsequent übersehenen Leistungsträger der Mönchengladbacher Borussia. Schade für die Spieler, aber nervenberuhigend für den Fan.

Kapitalismus hat mit Rechten kein Problem / Agenten und Steuern / CDUCSU-Brückenbau / DFB stolpert / Spanien

Von , am Montag, 26. September 2016

„…der Kapitalismus kommt mit den schlimmsten Tyranneien genauso problemlos zurecht wie mit der Demokratie“ meint in einem taz-Interview der israelische Faschismus-Forscher Zeev Sternhell.
Warum nur stolpern so viele Täter vermutlich entschieden schlimmerer Straftaten immer wieder über Steuerhinterziehung? Nun wird vermutet, dass es dem bekanntesten deutschen „Privatermittler“ Gerhard Mauss so auch erwischen soll – Andreas Förster in der FR. Update: vielleicht kommt er auch durch, weil er zuviel weiss ……
Albert Schäffer, dem von mir sehr geschätzten ehemaligen FAZ-NRW-Korrespondenten, jetzt in Bayern stationiert, können wir bei intensiven Eselsbrückenbauarbeiten für Seehofer und Merkel beobachten.
Wie die aktuellen DFB-Saubermänner sich in ihren selbstgespannten Stolperdrähten in Sachen Beckenbauer und Sommermärchen 2006 verfangen, berichteten Michael Horeni und Evi Simeoni gestern in der FAS.
Strategische Grenzen des Linkspopulismus schon erreicht? In den spanischen Provinzen Galizien und Baskenland waren Regionalwahlen. Telepolis berichtet über die Ergebnisse.

Security für Andi Rettig! / Linke EU-Politik

Von , am Montag, 19. September 2016

Andreas Rettig habe ich noch in einer großen Mannschaft des FV Bad Honnef spielen sehen. Spitzengruppe der damaligen 3. Liga, immer klar vor dem Bonner SC, Supertalent Arno Glesius ging zum Karlsruher SC und verletzte sich dort ständig, Rettig wechselte nach Leverkusen und Hermann Hummels zeugte einen Sohn. Nun hat er, Rettig, Michael Horeni von der FAZ, nicht hintenrum sondern geradeheraus mit Nennung seines Namens, erzählt, was er in DFB-Sitzungen zum Fall Beckenbauer erlebt hat. Respekt! Und Furcht, wie lange es ihm angesichts solcher Feinde noch gutgehen wird.

Die von mir als Autorin sehr geschätzte Gabriela Simon analysiert die vertrackte politische Lage in der EU und beschreibt und problematisiert verschiedene Ansätze für linke Alternativen und Gegenmachtorganisation.