Schlagwort-Archive: Kaufhof

Hallo Bonn – mal was Wichtiges von Benko

Von , am Donnerstag, 9. November 2017

Nicht dass es Dich als Blinddarm interessieren müsste, aber da ist gerade ein 1.5 Mrd.-Brocken auf dem Weg vom Hals in die Verdauungsorgane. Die Signa von Rene Benko, über umfangreiche Verschachtelungen Besitzer*in von Karstadt und ein paar weiteren unwesentlichen City-Immobilien (Viktoria-Karree), hat gerade mehrere Dutzend Einzelhandels- und Gewerbeimmobilien, u.a. die Hamburger Alsterarkaden, zum Paketpreis von 1,5 Mrd. € erworben. Immerhin halb so viel, wie sie jüngst für die Kaufhof-Überreste geboten haben soll. An einem Teil der erworbenen Immobilien hatte Signa bereits Anteile besessen.
Beide Vorgänge zusammen zeigen, dass Benkos Waschanlage alles Mögliche haben mag, aber gewiss keinen Mangel an zu waschender Wäsche, also keine Liquiditätsprobleme. Das unterscheidet sein Immobilien- von den meisten Einzelhandelsunternehmen.

Wo wir hier gedanklich gerade in Bonn sind: die Fahrradüberfahrt über die Kennedybrücke war heute recht unterhaltsam. An den Laternen sind in deutscher und englischer Sprache vielfältige Sprüche der unsere Stadt besetzenden Klimaschützer*innen angebracht. Die besten, die ich mir merken konnte:
„Bagger zu Pflugscharen“
„Our climate – not your business“.

Diese Chance für Bonns City wird ungenutzt bleiben

Von , am Dienstag, 29. August 2017

In der letzten Aprilwoche des Jahres 1972 kam ich das erste Mal nach Bonn, es war eine Klassenfahrt. Es sollte eine sensationell ereignisreiche Woche werden: Deutschland gewann zum ersten Mal in der Fussballgeschichte in Wembley gegen England, Netzer und Beckenbauer beim 3:1 auf dem sportlichen Höhepunkt ihrer Karriere im besten Länderspiel der DFB-Geschichte; Willy Brandt überstand das Misstrauensvotum der CDU/CSU-Fraktion, unser Überleben und der Frieden in Mitteleuropa wurde über Jahrzehnte gesichert. Die darauf folgende Bundestagswahl im Herbst des gleichen Jahres hatte die höchste Wahlbeteiligung in der Geschichte unserer Republik.
Aus dem Hauptbahnhof heraus liefen wir direkt vor einen Bretterzaun, so wie heute. Damals wurde das Loch gebaggert, für die U-Bahn, und für das Loch von heute. Eine der grössten Bausünden in der Stadtgeschichte wurde gerade begangen. Jetzt, 45 Jahre später, ist die Südüberbauung weg. Ein kommunikatives Kunstwerk, Weiterlesen

Münsterplatz – implodieren zwei Kaufhäuser?

Von , am Montag, 31. Juli 2017

Dass die sog. Kauf- und Warenhäuser – alles unter einem Dach – in der Krise sind, hat sich überall rumgesprochen, insbesondere zu ihren Kund*inn*en, die immer mehr Probleme haben, noch Servicekräfte aufzufinden. Weniger bekannt ist, wie sie von wem ausgeweidet werden. Die Dummen sind hinterher die Städte mit abgestorbener City, die immer noch zigtausend Beschäftigten, die auf der Strasse landen, und die Steuerzahler*inn*en, die mal wieder von einem Bund zur Vermeidung des Steuernzahlens nach Strich und Faden vera….t werden.
Ein schönes Thema zum Bundestagswahlkampf: wie lange wollen die Parteien noch dabei zuschauen?
Sowohl im Fall Karstadt als auch im Fall Kaufhof ist offensichtlich, Weiterlesen

Bonner Baustellen

Von , am Donnerstag, 27. Juli 2017

Es ist eindeutig Sommerloch. Wie ein Glockenschlag wird das alljährlich bekannt dadurch, dass in den Lokalzeitungen die Rüpel-Radler wieder in den Schlagzeilen sind. Sie landen dort nicht durch konkretes Verhalten oder Ereignisse, sondern: weil Sommerloch ist. Ja, es gibt sie. Genauso, wie seit Jahrhunderten die Möglichkeiten der City-Durchquerung für Fahrräder unzureichend sind. Statt eine konsequente Verkehrspolitik zu machen, hetzt die Bonner Kommunalpolitik seit Jahrzehnten die schwächsten Verkehrsteilnehmer*innen, Fussgänger*innen und Radfahrer*innen aufeinander, so wie sie es z.B. auch mit der Sport- und der Kulturlobby macht, um anschliessend zu sagen: siehste – ohne mich würdet Ihr doch nur übereinander herfallen.

Ja, die City, und ebenso die Stadtteilzentren, sind gefährdet. Die Gefahr geht von den digitalkapitalistischen Plattformen, Logistikkonzernen und vom kapitalgetriebenen Immobilienmarkt aus. Das Plattmachen des Bonner Solarworld-Konzerns mit mehreren hundert hochqualifizierten Arbeitsplätzen in Bonn ist eine Ausnahme. Das war auch nicht der böse Dumping-Chinese. Es war die CDU/FDP-Bundesregierung 2005-09, die einen Bürgerkrieg gegen die gesamte deutsche Solarbranche entfesselte. Und jetzt endgültig gewonnen hat; selbst Investorenkapital aus Katar konnte es nicht mehr retten. Damit ist die globale chinesische Marktführerschaft auf Jahrzehnte gesichert. Die Parteispenden von Frank Asbeck waren alle vergeblich.

Zurück zur City. Inhabergeführter Einzelhandel und ebensolche Gastronomie sind zu den heutigen Immobilienpreisen nicht mehr möglich. Weiterlesen