Schlagwort-Archive: Medienkorrespondenz

Zeitungsverleger laufen Amok

Von , am Mittwoch, 20. September 2017

Wenn eine Branche sich entschliesst, den führenden Repräsentanten des Springer-Verlages zu ihrem politischen Führer zu wählen, muss es schon schlimm um sie stehen. Tut es auch. Der Springer-Konzern ist unter den deutschen Zeitungsverlagen vermutlich der einzige, der für sich rechtzeitig eine digitale Wende gefunden hat. So hat sein Vorstandsvorsitzender vielleicht etwas mehr Zeit für ein „Ehrenamt“, während seine Berufskollegen damit ausgelastet sind, den Ansturm auf die verlagseigenen Rettungsboote zu regulieren und ihre Vermögenswerte in Sicherheit zu bringen.
In ihrer Panik reagieren sie ähnlich wie die rechtsradikale AfD. Wenn man nicht mehr weiter weiss, braucht man einen äusseren Feind. Das schliesst die eigenen Reihen und bündelt und lenkt die Ansammlung eigener Aggressionen um. Was der AfD Flüchtlinge aus fremden Ländern sind, das sind den deutschen Verlegermilliardären öffentlich-rechtliche Medien.
Medienpolitische Fachjournalisten haben sich – hier uebermedien.de, hier Dieter Anschlag in der Medienkorrespondenz – schon hinreichend lustig gemacht. Satire bleibt angesichts dieser Wirklichkeit sprachlos.

Es gibt jedoch auch andere, als die Milliardär*inn*e*n Springer, Mohn, Grotkamp, Neven DuMont, Madsack, Ippen, Rebmann, die davon Schaden haben. Es sind Weiterlesen

Streit um Medien-Studien und Fake-News

Von , am Mittwoch, 2. August 2017

Dieser Blog hat direkt am Erscheinungstag die Ergebniszusammenfassung und Fazit der Studie von Prof. Michael Haller zur Flüchtlingsberichterstattung deutscher Medien dokumentiert. Ebendiese Medien bestätigten seine Befunde mit ihrer Berichterstattung über die Studie selbst. Gabriele Hooffacker bemüht sich nun auf Carta.info mit ein paar Tagen Abstand um eine sachlich-kühle Zusammenfassung der bisherigen Debatte.
Update 15.8.: Michael Haller selbst nahm hier auf Carta zu Hooffackers Besprechung Stellung.

Rene Martens, neben Stefan Niggemeier derzeit der klarsichtigste deutsche Medienjournalist, zieht in der Medienkorrespondenz eine Zwischenbilanz der „Fake-News„-Politik. Eine merkwürdige Karriere eines jungen politischen Begriffes für einen Sachverhalt, der so alt ist, wie die Menschen.

WDR / UK / Geldverbrennungsanlage

Von , am Dienstag, 4. Juli 2017

In den letzten Wochen gab es in der Blase der Medienschaffenden eine heftige Debatte um die sog. Antisemitismus-Dokumentation „Auserwählt und ausgegrenzt – der Hass auf Juden in Europa“, die der WDR und Arte zunächst abgelehnt, und dann doch gesendet haben. Hier überlagern sich verschiedene Konfliktthemen, von denen der Antisemitismus nur einer ist, der die anderen zudeckt: wie arbeiten öffentliche TV-Sender heute? Wie behandeln sie das Genre der Information und Dokumentation? Wie gestalten sich die Produktionsverhältnisse und was sind sie uns wert. Den besten Überblick über diese Debatte publizierte kürzlich Rene Martens für die Medienkorrespondenz. Mein Gastautor Dieter Bott stellte ihn mir in den 90ern bei einer linken Fussballfan-Tagung in Erkenschwick mal persönlich vor, ein anständiger Kerl.

Beklagenswerterweise informierten uns deutschsprachige Medien bisher völlig unzureichend über die gesellschaftlichen Hintergründe des scheinbar überraschenden Ergebnisses der jüngsten Unterhauswahl im Vereinigten Königreich (UK). Denn hinter dem guten Wahlergebnis von Labour (40%) verbirgt sich eine Umwälzung der gesellschaftlichen Basis Britanniens, die auch für andere kapitalistische Länder, also z.B. unseres, aufschlussreich sein kann.

Atomkraft soll angeblich das Klima schützen, weil bei ihr ja nichts verbrannt wird? Haha, haben wir gelacht. Atomkraft verbrennt auch, und zwar unser Steuergeld. Damit es uns nicht ganz so wehtut, hier ein aktueller Handelsblatt-Bericht über die Verbrennung von französischem, britischem und chinesischem Kapital. Ist nicht so schlimm, gibt es ja genug davon.

119 Mio. + MwSt. – von uns an die DFL

Von , am Montag, 11. Juli 2016

Regen Sie sich auf über die Fußballmillionäre? 18, 19 Jahre jung, und schon vor Geld kaum laufen können? Wie es aussieht sind Sie und ich selber schuld. Wir bezahlen sie, ihre geldgierigen „Spielerberater“-Konzerne, die Manager der DFL-Mitglieder und die nicht weniger gewinnsüchtige Ligabürokratie erheblich mit. In welchem Maße, das will der Brancheninformationsdienst „Medienkorrespondenz“, der von der katholischen Kirche finanziert wird, Weiterlesen