Schlagwort-Archive: Medienmarkt

Medienblase

Von , am Dienstag, 29. August 2017

Heute mittag beim Videorecorderprogrammieren bekam ich einen kurzen Zapping-Blick in die Berliner Pressekonferenz der Bundeskanzlerin, die der „Ereignis“kanal Phönix selbstverständlich live übertrug. Frau Merkel und ihr Auftritt ist bestens bekannt, einer gleicht – absichtlich – dem andern. Schockierend war für mich der Blick in ihr Publikum, in den vollbesetzten Saal von Journalist*inn*en. Sie sahen – gefühlt – alle so gleich aus. Gut, die Geschlechterparität ist bei Journalist*unn*en, die (noch) arbeiten müssen, und nicht nur Befehle erteilen („delegieren“), ganz gut gewährleistet. Und es werden sicher nicht nur Deutsche gewesen sein, die dort sassen. Aber soziokulturell sahen sie alle so gleich aus: Hochschulabschluss, wahrscheinlich auch die Eltern schon, nicht uniform aber einheitlich casual gekleidet, beim gleichen Friseur gewesen, gleicher Geschmack – und wie wir Leser*innen wissen: verdammt ähnliche Ansichten. Das Vorlesen der Presseschauen im Radio sollte verboten werden, die Gleichheit ist geschäftsschädigend für die zitierten Zeitungen. So wie Autofahrer*inne*n vorgehalten werden kann, dass sie nicht in einen Stau geraten, sondern selbst der Stau sind, so gilt für die meisten Medien, die über „Filterblasen“ schwadronieren: selber!

Der Medienmarkt ist ein Markt, bei dem es diesbezüglich noch Gerechtigkeit gibt. Weiterlesen

Godesberg, FBI & Salafismus / DFB & DFL / Medienmacht

Von , am Mittwoch, 3. Mai 2017

Bad Godesberg kam nach dem kürzlich erwähnten WDR-Film auch in einem kurzen Feature des DLF-Kultur zu, nunja, begrenzten Ehren. Weniger Berührungsängste mit Kopf-AB-Salafisten aus Bonn hatte das FBI. Nachdem ich dieses Buch gelesen habe, wundert mich da gar nichts mehr.

Der Konflikt zwischen Milliardärs- und „Amateur“-Fussball spitzt sich mal wieder zu. Es könnte kriminelle Untreue gewesen sein, was sich der Niersbach- und der Grindel-Vorstand des DFB geleistet haben; und bei der DFL muss man sehr über sie gelacht haben.

Lutz Hachmeisters Medienforschungsinstitut macht seit einigen Jahren standardmässig das, was Horst Röpers Formatt-Institut für den nationalen Medienmarkt leistet, weltweit. Und damit globale Machtstukturen sichtbar, über die die meisten Medien, weil es sich ja um ihren eigenen Stall handelt, grosszügig hinweggehen. Das geleitende Vorwort zum aktuellen Stand ihrer Datenbank hier – lang und wichtig (und gut geschrieben).