Schlagwort-Archive: Narrativ

Open Space – Open Mind – Open Society

Von , am Donnerstag, 24. August 2017

Notizen zu einem allgegenwärtigen, widersprüchlichen und vieldeutigen Narrativ, Variationen inbegriffen
von Wolfgang Hippe

Auftakt

Der Begriff der „Offenen Gesellschaft“/„Open Society“ ist in der Öffentlichkeit überall präsent und scheint zeitlos gültig zu sein. Er ist in aller Regel irgendwie positiv besetzt und soll den Rahmen für Liberalität, Egalität und Säkularität einer Gesellschaft bilden. Weitere Stichworte, die in Zusammenhang mit dem „Erfolgsmodell“ auftauchen: Aufklärung, Offenheit, Partizipation, Fortschritt, Gerechtigkeit, Konsens, Interessenausgleich, Aufstiegschancen, Wachstum und Wohlstand. Die Aufzählung ließe sich beliebig fortsetzen. Kurz: die „Offene Gesellschaft“ steht für ein umfassendes, aber unbestimmtes und deshalb interpretationsbedürftiges Versprechen für eine bessere Zukunft der Gesellschaft insgesamt. In Zeiten eines dominanten Neoliberalismus stellt sich allerdings die Frage nach der aktuellen Interpretation des liberalen Begriffs und den damit verbundenen Interessen.

Die Spanne der Befürworter einer „Offenen Gesellschaft“ reicht von eher auf die sog. Zivilgesellschaft ausgerichtete Initiativen (z.B. Open Society Foundation, Initiative Offene Gesellschaft, Pulse of Europe, FuturZWEI) und Individuen aller Richtungen über die etablierten Parteien, ihnen zugeordnete und sonstige Stiftungen, Ministerien und internationale Organisationen wie die OECD bis hin zu Banken, Wirtschaftsunternehmen und Interessensverbänden aller Art. Auch in postkolonialen Diskursen taucht sie auf. Die breite Palette legt die Vermutung nahe, dass nicht alle Protagonistinnen dasselbe meinen (können), wenn sie das Narrativ beschwören. Weiterlesen

„Flüchtlingskrise“ und Medien – Ergebnisse & Befunde

Von , am Freitag, 21. Juli 2017

von Prof. Dr. phil. Michael Haller
Wissenschaftlicher Direktor des Europäischen Instituts für Journalismus- und Kommunikationsforschung (EIJK)
haller@uni-leipzig.de

(Wiedergabe von S. 132-146 der Studie, ohne Fussnoten)

1. Zusammenfassung der Studienergebnisse

Im Folgenden fasse ich die wichtigsten Befunde der drei Studienteile in zwanzig Punkten zusammen:

1. Bereits im ersten Halbjahr 2015 überschwemmten die reichweitestarken, als glaubwürdig geltenden Newsmedien tagesschau.de, spiegel.de, welt.de und focus.de ihre User/Leser mit unüberschaubar vielen Meldungen und Berichten rund um das Dauerthema Flüchtlinge/Asylanten. Im Sommer schwoll die Nachrichtenwelle nochmals dramatisch an. Während dieser Hochphase publizierten diese Newssites im Laufe von 24 Stunden bis zu 17 Nachrichten allein zum Ereignisthema Flüchtlinge/Asylanten. Sie berichteten und meldeten von unüberschaubar vielen Handlungsorten über Beteiligte auf unterschiedlichsten Ebenen. Dies deutet auf eine (mutmaßlich dem Konkurrenzdruck geschuldete) sehr schwache Selektionsleistung der Newsredaktionen hin.
Nach Maßgabe des Theorems der „Themenverdrossenheit“ lässt sich annehmen, dass sich Teile des Publikums überfordert fühlten und reagierten, indem sie den eigenen Vorurteilen folgten (stark selektive Wahrnehmung). Weiterlesen

kindesmißbrauch

Von , am Samstag, 1. April 2017

von Dieter Bott

—–16.kinder-und jugend-hilfe -tag in düsseldorf –28. – 30.3.17—-jesse owens und jimy hendrix –1980 und 1967-

LIEBE sports-kameraden –

Bestimmt ist es nervig, wenn ich die von mir bekannten thesen und themen öfters wiederhole – wie z.b die vom MISSBRAUCH der kindlichen BEGEISTERUNGS-FÄHIGKEIT – anlässlich des 16.KINDER-und JUGEND-hilfe-TAGs in düsseldorf vom 28.-30.märz 2017 — gegen die einfallslosen und ehrgeizigen FUSSBALL-ELTERN — die von jugend-trainern gefürchtet werden, wie einst nur die berüchtigten TENNIS-ELTERN –

Warum ich unnachgiebig immer wieder DIE KINDER-FRAGE stelle–? –neben der „sozialen frage“ und der „frauenfrage“ sowie der frage nach dem „schutz der von der normierung „abweichenden minderheiten“—-?
Und nicht auch auf die anderen gesellschaftlichen milieus und institutionen eingehe wie z.b kirche schule und armee —?

2
Das SPORT – und FUSSBALL-MILIEU – bis gegebenenfalls auf die hohen -transfer-gebühren und profi- gehälter — –
wird von rechts bis links – von den frommen bis zu den liberalen—-
Überraschend unkritisch hingenommen und oft sogar als VORBILD für die jugend und den zusammenhalt (integration und inklusion) der gesellschaft empfohlen—–

3
es ist mein berufsfeld – (forschung und intervention) seit 35 jahren, so dass von mir expertise und demokratisches und humanistisches engagement erwartet werden kann—-

Zumal weder von der gewalt-forschung der bielefelder wilhelm heitmeyer gruppe noch von der kritischen sportwissenschaft von gunter pilz (beide werden stellvertretend für eine fussball-affine wissenschaft genannt) –radikale kritik kommt Weiterlesen