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Fussball? – Bin fieberfrei!

Von , am Mittwoch, 13. September 2017

Heute, nee siehste schon der erste Fehler, gestern war der erste Spieltag der Gruppenphase in der europäischen Geldwaschanlage Champions League. Seltsam spannungslos, erst recht nach all den erwartbaren Ergebnissen von gestern. Dass Juve bei Barca so klar (0:3) untergeht, war schon das Überraschendste, gähn ….

Diese Probleme drohen auch der deutschen Bundesliga. In der Champions League genügt es, sich frühestens zum Viertelfinale im nächsten Frühjahr wecken zu lassen. In der Bundesliga ist die spannendste Frage, wie der HSV dieses Mal den Abstieg vermeidet; und dann erst, wer hinter dem Konzern aus dem süddeutschen Raum und dem BVB die größte Verschiebung zwischen Geld- und Sporttabelle schafft (meistens der SC Freiburg). Genauso gähn …

Die ganze Aufregung, die einem echten Fan noch bleibt, ist das ständige Auf und Ab in der Formkurve seines Lieblingsvereins. Vereine, die eine solche Formkurve nicht kennen, sind langweilig; und ihre „Fans“ haben keine Ahnung, was Fansein überhaupt ist.

Es gibt eine Studie, die es langsam zum Standardwerk schafft, die Braunschweiger „Fussballstudie“, die jedes Jahr Untersuchungen zum Markenwert der DFL-Vereine veröffentlicht. Sie basiert nicht auf den Rankings von Media- und Werbeagenturen, sondern auf Aussagen von Fans und Konsument*inn*en. Die dort veröffentlichten Tabellen sind aufschlussreicher und spannender, als alles was die DFL derzeit selbst zustandebringt. Weiterlesen

Kunst des Aufhörens – Ewald Lienen

Von , am Mittwoch, 24. Mai 2017

Die größte Freude in dieser Fussballsaison, in einer Branche des Irrsinns, war mal wieder der FC St. Pauli. Hier wurde das von der SPD für sich proklamierte NRWIR tatsächlich umgesetzt. Der Rheinländer Andreas Rettig und der (Ost-!)Westfale Ewald Lienen zusammen in einem Fussballverein: „Es ist furchtbar, aber es geht!“ (Copyright: Jürgen Becker).

Ewald Lienen hat alle Stufen des Fussballirrsinns durchlebt. Oberschenkel aufgeschlitzt von einem Legionär Otto Rehagels, Trainerstationen in Mönchengladbach und (!!!) Köln, des Wahnsinns nah bei 1860 München und AEK Athen, das Elend dort gesehen und in Rumänien. Dann St. Pauli: Rettung vor dem Abstieg, dann den Aufstieg knapp verpasst, dann Letzter nach der Hinrunde mit 11 Punkten aus 17 Spielen, nicht gefeuert, und dann eine Rückrunde wie ein Bundesligaaufsteiger. Und in diesem Moment großen Erfolges: ein Schritt zurück, für einen Nachfolger. Eine Kunst, die in Politik und Entertainment kaum noch jemand beherrscht.

Ich weiss von meinem Gastautor Gert Samuel, dass Ewald Lienen auch im direkten persönlichen Umgang ein angenehmer, grundvernünftiger, vielleicht westfälisch-dickschädeliger, aber strategisch klug denkender Mensch ist. Bis hierher ein erfülltes Leben, in dem er uns Mitmenschen viel gegeben hat.

Security für Andi Rettig! / Linke EU-Politik

Von , am Montag, 19. September 2016

Andreas Rettig habe ich noch in einer großen Mannschaft des FV Bad Honnef spielen sehen. Spitzengruppe der damaligen 3. Liga, immer klar vor dem Bonner SC, Supertalent Arno Glesius ging zum Karlsruher SC und verletzte sich dort ständig, Rettig wechselte nach Leverkusen und Hermann Hummels zeugte einen Sohn. Nun hat er, Rettig, Michael Horeni von der FAZ, nicht hintenrum sondern geradeheraus mit Nennung seines Namens, erzählt, was er in DFB-Sitzungen zum Fall Beckenbauer erlebt hat. Respekt! Und Furcht, wie lange es ihm angesichts solcher Feinde noch gutgehen wird.

Die von mir als Autorin sehr geschätzte Gabriela Simon analysiert die vertrackte politische Lage in der EU und beschreibt und problematisiert verschiedene Ansätze für linke Alternativen und Gegenmachtorganisation.