Schlagwort-Archive: Rummenigge

Die ULTRAS in BILD

Von , am Donnerstag, 17. August 2017

von Dieter Bott

MORGEN BEGINNT DIE NEUE BUNDESLIGA SAISON—
Am freitag 18.august 2017–


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SO GEWALTTÄTIG WIRD DIE NEUE SAISON prophezeit BILD am 5.august 17 — als beweis druckt BILD den „HASS-SONG vom rapper M.I.K.I“ in voller länge ab — schmutzig gelb–schwarz eingefärbt —-

der refrain:
FÜR DIE GROSSE LIEBE –LOHNT SICHs IMMER IN DEN KRIEG zu gehen—FUSSBALL UNSER LEBEN—DIESE LIEBE BLEIBT BESTEHEN—
DESHALB ZIEH`N WIR IN DIE SCHLACHT— und schreien – KRIEG DEM DFB“

seit anfang august bereitet die BILD-zeitung die fussball-interessierten vor mit der „ EXPLOSIVEn STIMMUNG vor dem bundesliga-start BVB-BOSS WATZKE WARNT „ULTRAS RÜCKEN ZUSAMMEN“
„ENGLAND ENTSETZT – HANNOVER CHAOTEN SORGEN FÜR ABBRUCH“

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POLITIK MUSS EINGREIFEN fordert walter m. straten im BILD-KOMMENTAR (am 7.august 17) Weiterlesen

Mal ’ne schöne Abwechslung: Bayernkrise

Von , am Mittwoch, 26. April 2017

Kaum hat Horst Seehofer angekündigt, auf ärztlichen Rat doch nicht in Rente zu gehen, da nimmt sich der Fussballkonzern im süddeutschen Raum eine Krise. Eigentlich hatte man nie das Gefühl, dass der BVB das heutige Pokal-Halbfinale gewinnen könne. Das 0:1 verursachte imgrunde Bayern-Verteidiger Martinez, quasi Doppeltorschütze heute.
Der BVB war weit von Spitzenleistungsfähigkeit entfernt. Die war heute nicht erforderlich. Dembele, über 60 Minuten mit überwiegend fahrigen Aktionen, genügte ein Arschwackler mit feinem Schrägschuss, sowie eine exzellente Flanke auf Aubameyang, um der Saison für beide Vereine eine mglw. entscheidende Wende zu geben. Weiterlesen

Max Eberl – es wird eng

Von , am Mittwoch, 15. März 2017

Rainer Bonhof war als missratener Trainer das Gesicht eines Tiefpunktes der Vereinsgeschichte des VfL 1900 Borussia Mönchengladbach: der erste Bundesligaabstieg 1999. Auf ihn folgte Hans Meyer. Heute sind beide Vorstandsmitglieder und als solche nationale Spitzenklasse. Weil sie nicht ständig in die Schlagzeilen drängen, weil sie die Leistungsträger ihre Arbeit machen lassen, weil sie – ein immer seltener werdender Charakterzug – auch mal die Klappe halten können.

Was Bonhof jetzt gemacht hat, ist dennoch richtig. Planungssicherheit ist wichtiger als monatelanges Tauziehen. Es gibt keinen Anlass, die eigene Planung und Arbeit von den politischen Ränkespielen der diversen CSU-Seilschaften bei diesem Konzernverein im süddeutschen Raum abhängig zu machen. Wenn die keine Entscheidungen über ihre Machtverhältnisse treffen können, müssen wir ein eigenes Drehbuch schreiben.

Die Ablösesumme für den Manager Eberl wird um ein Vielfaches höher sein müssen, als sie es für den Spieler Eberl gewesen wäre. Borussia könnte sich freilich auch die beste Lösung leisten: dass er bleibt, und die tolle schon von ihm geleistete Arbeit fortsetzt und zu weiteren sportlichen (und wirtschaftlichen) Erfolgen führt; die Fundamente dafür sind gelegt. Das Abenteuer, das ihm Hoeness und Rummenigge bieten können, würde dagegen irgendwann ein böses der Gesundheit nicht zuträgliches Ende finden.

Update 16.3.: Medienmeldungen, auf die sich mein Kommentar bezieht, basieren auf einem offensichtlichen Durchstich aus der Vereinsführung heraus an das Lügenblatt mit den großen Buchstaben. Dass jemand meint, darauf angewiesen zu sein, ist immer ein Zeichen von Schwäche und mangelndem Format. Der offizielle Originalton von Bonhof geht so. Mit uninterpretierbaren klaren Ansagen von Eberl wäre alles zu erledigen.

Champions League – die fällige Reform

Von , am Mittwoch, 8. März 2017

Reichtum, das haben wir gelernt seit es den Kapitalismus gibt, bedeutet waaahnsinnig viel Verantwortung. Im Fussball hat sich mittlerweile so viel Verantwortung angesammelt, dass sein Geschehen nicht mehr so ausschliesslich sportlichen Zufällen ausgesetzt sein darf. Es gibt Städte in Europa, in denen der Fußball schon der größte Arbeitgeber ist; andere könnten jederzeit von den Clubbesitzern komplett gekauft werden, weil sie aufgrund ihrer Überschuldung in Geld ausgedrückt nichts mehr wert sind.

Darum hier der Vorschlag, um in Zukunft Ruin und Verzweiflung zu vermeiden. Und den Fussball, nicht in der Champions-League, aber ausserhalb von ihr, wieder spannend zu machen.
Statt einer willkürlichen Auslosung von Gruppen und Spielpaarungen wird folgendes festgesetzt: Weiterlesen

Westherne und Nordlüdenscheid im Panicroom

Von , am Dienstag, 31. Januar 2017

In Düsseldorf war eine Sportbusinessmesse. Und die wichtigste dort diskutierte Frage war, wie die Fans endlich vollständig enteignet werden können. Imgrunde also die Trumpsche Agenda herunterdekliniert auf unsere beliebteste Sportart, die jetzt neu definiert wird als letzte kapitalistische Goldgrube, nachdem alles andere leider abgegrast und ausgebeutet ist. Relevanter Widerstand dagegen ist nicht erkennbar. Dennoch ist die Nervosität groß. Denn es könnte sein, dass die kapitalistische Systematik nicht von Kommunisten, sondern von sich selbst gekillt wird.

In Düsseldorf wurde den Sport-„Journalisten“ in die Aufnahmegeräte diktiert, dass die „50+1-Regelung“, eine letzte Bremse gegen schrankenlose Investoreninvasion, die in Wolfsburg, Leverkusen, Hoffenheim, Leipzig und Hamburg längst nicht mehr gilt, bald ganz weg soll. Für Hannover 96 und seinen verhassten Präsidenten Kind, quasi eine Trump-Zwergenausgabe in der DFL, zu spät. Der hat das Verhältnis zu den Fans so vollständig ruiniert, Weiterlesen

Max Eberl

Von , am Montag, 23. Januar 2017

Natürlich bringt mich, wie jeden Gladbach-Fan, das Werben des Steuerkriminellen Uli Hoeness um Max Eberl zur Weißglut. Und ich kann darum mit Eberls Interview am Samstag im Aktuellen Sportstudio nicht zufrieden sein. Trotzdem bleiben Restzweifel, ob Hoeness‘ Störmanöver erfolgreich enden kann, denn Eberl ist ein kluger Kopf. Ich versuche mal, mich in ihn reinzuversetzen.

Es wäre unvernünftig von Eberl, die alte Geheimagentenweisheit, die exakt identisch im nicht weniger kriminellen Fußballbusiness gilt, „Sag‘ niemals nie!“ zu vergessen. Darum seine Einsilbigkeit auf entsprechende Fragen. Seinen Buddy Hoeness, in alten Jugendfußballertagen liebgewonnen, und Eberl war damals keine Supertalent, sondern lebte auch schon als aktiver Fußballer von seinen charakterlichen Stärken, wollte er nicht öffentlich desavouieren. Die Antworten auf alle anderen Fragen waren aber durchaus erhellend. Weiterlesen

Fussballbusiness – kommt jetzt der Weltkrieg?

Von , am Dienstag, 10. Januar 2017

Die Kriegserklärung der Fifa gegen die globalen Großklubs ist jetzt auf dem Tisch. Eine WM mit 48 Teilnehmerstaaten soll Marktanteile der Kontinentalverbände in Europa (Champions League) und Südamerika (Copa Libertadores) zurückerobern und die ökonomisch schwächeren Länder und Kontinente in einem Bündnis vereinen.

Die Fifa war bisher in der Defensive. Die USA, keine Fußballgrossmacht, gingen aggressiv mit ihrer staatlichen Justiz gegen ihre globale Korruption vor. Es war gleichzeitig Teil des Schleifens des Schweizer Bankgeheimnisses, jedenfalls sind die USA davon nicht mehr betroffen, wenn sie es nicht wollen. Ökonomische Interessen der USA wurden dabei nicht geschädigt, im Gegenteil.

Auf einer anderen Seite steht die – im Fussball durchaus heterogene – Grossmacht China. Darum geht es im Kern bei dem Fifa-Beschluss: wer leitet das unüberschaubare chinesische Businesskapital in seine Kanäle? Weiterlesen

Die Reichen „müssen“ immer mehr in Immobilien

Von , am Dienstag, 25. Oktober 2016

Wer nimmt uns die Wohnungen weg? Vor allem die bezahlbaren? Flüchtlinge sind es jedenfalls nicht. Die Superreichen nehmen uns die Wohnungen weg. Und die Politik, die sie gewähren lässt. Dann läuft es so, wie es hier in dankenswerter Offenheit bei der FAZ ein Vermögensberater erklärt. Je mehr Milliarden in Wohneigentum fliessen, umso mehr werden die Preise getrieben. Die Politik müsste diese Milliarden vom „Markt“ nehmen und politisch in preisgünstigen Wohnungsbau für die, die es nötig haben, investieren. Denn die Superreichen bauen nur Wohnungen für Ihresgleichen, weil das die sind, die mehr Renditen versprechen. Politik in einer Demokratie ist nicht für Renditen da, sondern für Wähler*innen*stimmen. Und „Milliarden-vom-Markt-nehmen“ heisst umgangssprachlich (Vermögens-)Steuer.

Der nächste heisse Scheiss der Milliardäre ist aber das Fußball-Entertainment. Die Vereine im Weltmeisterland Deutschland werfen sich schon vor ihnen in den Staub. Milliardärsvereine belegen in der Bundesliga bereits aktuell die Plätze 2 und 4. Die Großmächte haben die Branche schon auf ihre Agenda genommen. Man wird auch hier ein bisschen mehr auf „Sicherheit“ achten müssen, als das durch sportliche Unwägbarkeiten bisher gewährleistet ist. Was der Wirtschaftsanwalt Thomas Bach hier schon für den Restsport geleistet hat, dafür bietet sich im Fußball am besten der Westfale Karlheinz Rummenigge an – er hat einen starke Sinn für Finanzstarke.

Sky für 50 €/Monat oder: der Kampf um die informationelle Weltherrschaft

Von , am Donnerstag, 22. September 2016

Heute flatterte mir ein Telekomprospekt ins Haus: Sky 3 Monate umsonst, dann 9 Monate für 25€/Monat, danach 51€/Monat, mit Fußnote Nr. 6 im Kleingedruckten. Der Umbruch dieses Kleingedruckten zieht sich über 10 Seiten. Und ist für mich als Sehbehinderten nicht lesbar. Darum ist es im Kern auch keine Werbung, sondern Altpapier. Ich gehe zum Sky-Gucken in die Kneipe – mein Gastwirt lässt sich von dem Sender aussaugen, ich reiche ihm meine Biertrinkerhand zu seiner Rettung. Wie lange das gutgeht ist ungewiss.
Denn es handelt sich um eine Art Weltkrieg der hier ausgetragen wird. Weiterlesen

Sportkriminalität grenzenlos

Von , am Dienstag, 13. September 2016

Ein mexikanischer Fußballer, Cuauhtémoc Blanco, erst Bundesgenosse und Hampelmann, dann Abtrünniger der Mafia seines Landes, diese aufregende Geschichte fand ich nur in der Jungle World. Warum nur erinnerte mich die Story gedanklich immer an Franz Beckenbauer?

Vielleicht weil Aushängeschilder der deutschen Sportmafia in nicht so unähnlichen Geschäften verstrickt sind. IOC-Präsident Thomas Bach war zuvor Präsident des Deutschen-Olympischen Sportbundes (DOSB), ist Rechtsanwalt mit vitalen Geschäftsbeziehungen in arabische Feudalstaaten und FDP-Mitglied. Jetzt muss er empfindliche Einschränkungen seiner globalen Reisefreiheit hinnehmen, ganz so wie Fifa-Expräsident Blatter.

Wie schön, dass es wissenschaftliche Grundlagen dafür gibt, dass den Gangstern nicht der ganze Sport in die Hände fallen kann. Ihr Feind ist u.a. der Zufall, der uns dann doch noch das eine oder andere lange Gesicht von Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeness bescheren wird. Das hat jetzt Prof. Klaus Günther publiziert, ein absolut integrer Politologe, für den ich in den 80ern vier Semester als Tutor arbeiten durfte. Das GA-Interview war leider für mich online nicht auffindbar und ist daher nicht verlinkbar; das angekündigte Buch soll in wenigen Wochen erscheinen.