Schlagwort-Archive: Selbstoptimierungswahn

Frauen-EM macht Lust auf mehr

Von , am Dienstag, 18. Juli 2017

In Deutschland bricht, wenn mal eine Fussball-WM oder -EM nicht gewonnen wird, in der Regel sofort eine Krise aus. Die deutsche Vorberichterstattung zur diesjährigen Frauen-EM in den Niederlanden tut gerade so, als ergäbe sich aus dem sechsmaligen Titelgewinn in Serie ein Naturrecht, dass das so bleibt. Die Deutschen und ihr Sportverständnis, Übertreiben der Konkurrenz, Selbstoptimierungswahn, Leistungsfetischismus, gekoppelt mit fehlendem Sinn für Respekt, Schönheit, Muße und Genuss – das alles lässt sich im Fussball studieren.

Darum spielt der Frauenfussball – gegen alle ökonomische Rationalität übrigens – hierzulande immer noch ein Schattendasein. Die Frauenbundesliga dämmert dahin, von den Geldvereinen von VW und diesem Konzern aus dem südddeutschen Raum beherrscht, Zuschauer*innen*schnitt unter 1.000 pro Spiel, TV-Präsenz nahe 0. Folgerichtig wandern die besten Spielerinnen, wie Maroszan oder zuvor Bresonik, nach Frankreich ab. Besser bezahlt, und bessere spielerische Entwicklung. Die Französinnen sind seit längerem das Brasilien des Frauenfussballs: Weiterlesen

Jannis erklärt, wie wir das schaffen / Niedersachsen / Gesundheit / Ehrenfeld besser als Berlin

Von , am Dienstag, 13. September 2016

Wir schaffen das, na klar, erklärt ein Frankfurter Sozialarbeiter. Jannis Plastargias, ein Grieche, ausgerechnet, muss uns erklären, wie es geht (Telepolis).

An den Kommunalwahlen in Niedersachsen haben zwar dreimal so viele Wähler teilgenommen wie in Mecklenburg-Vorpommern. Dafür haben sie auch nur für ein Drittel des öffentlichen Radaus gesorgt, weil die Ergebnisse wohl nicht spektakulär genug waren. Eine gute Kurzanalyse lieferte Daniela Vates in der FR.

In der FAS erklärte ein Psychologe einerseits zeitgemäss und vermutlich richtig, wie körperliche und geistige Gesundheit zusammenhängen, allerdings ohne dass dabei auf den religiösen Begriff „Seele“ verzichtet wurde. Andererseits sind diese Erkenntnisse geeignet, den neoliberalen Selbstoptimierungswahn weiter zu treiben: wer krank ist, tickt also nicht richtig? Das ist jetzt zwar polemisch, und war in dem Interview sicher nicht so gemeint. Aber Vorsicht, wir werden sehen …

Berlin-Geschwafel vor der dortigen Kommunal-(genannt: „Landtags-„)wahl, vergeblicher Ehrenrettungsversuch für Immobilienhaie. Ein gutes Beispiel, wie es besser als in Berlin laufen kann, lieferte, auch im Film, Köln-Ehrenfeld.