Schlagwort-Archive: Sommerloch

NRW&WDR: Symbiose, fruchtlose

Von , am Samstag, 12. August 2017

Es ist Sommerloch. Die TV-Sender schicken alle Redaktionen, sofern sie überhaupt noch welche unterhalten, in die „Sommerpause“, die aber nicht so kurz ist, wie bei den Schulkindern, sondern gerne doppelt so lang. Freie Mitarbeiter*inn*en bleiben in dieser Zeit auftragslos, so werden Kosten gespart. Sportsenderechte müssen versendet werden, was an Lücken bleibt, füllen Tatort-Wiederholungen. Eine „kreative“ Idee darüber hinaus ist, Volontär*inn*e*n ins Archiv zu schicken, und sie dort ein paar schöne, alte Schwarz-Weiss-Bilder neu zusammenschneiden zu lassen. Das kostet (fast) nichts, und das Ü70-Publikum, und das sind viele, freut sich an den Erinnerungen.
Andreas Rossmann, FAZ-NRW-Korrespondent mit badischem Migrationshintergrund, in Köln lebend, mit einer tiefen Liebe zum Ruhrgebiet, hat sich eine dieser Sendungen vorgenommen, mit einem schweren Denkfehler: er nimmt sie inhaltlich ernst, und kritisiert sie entsprechend qualitativ. Wie naiv von dem alten Mann, kurz vor seinem Rentenalter, gehört insofern also fast schon zur Zielgruppe.
Die sonntägliche WDR-Sendereihe „Mein Verein“ ist nach dem gleichen Muster gearbeitet (meine Anfrage nach dem Verbleib von „Sport inside“ ist seit einer Woche unbeantwortet). Die Folge über S04 schien zunächst ein rührseliges, schmalztriefendes Werbestück zu werden, bis glücklicherweise der eingebettete „Zwischenruf“ von Tom Theunissen kam. Weiterlesen

Bonner Baustellen

Von , am Donnerstag, 27. Juli 2017

Es ist eindeutig Sommerloch. Wie ein Glockenschlag wird das alljährlich bekannt dadurch, dass in den Lokalzeitungen die Rüpel-Radler wieder in den Schlagzeilen sind. Sie landen dort nicht durch konkretes Verhalten oder Ereignisse, sondern: weil Sommerloch ist. Ja, es gibt sie. Genauso, wie seit Jahrhunderten die Möglichkeiten der City-Durchquerung für Fahrräder unzureichend sind. Statt eine konsequente Verkehrspolitik zu machen, hetzt die Bonner Kommunalpolitik seit Jahrzehnten die schwächsten Verkehrsteilnehmer*innen, Fussgänger*innen und Radfahrer*innen aufeinander, so wie sie es z.B. auch mit der Sport- und der Kulturlobby macht, um anschliessend zu sagen: siehste – ohne mich würdet Ihr doch nur übereinander herfallen.

Ja, die City, und ebenso die Stadtteilzentren, sind gefährdet. Die Gefahr geht von den digitalkapitalistischen Plattformen, Logistikkonzernen und vom kapitalgetriebenen Immobilienmarkt aus. Das Plattmachen des Bonner Solarworld-Konzerns mit mehreren hundert hochqualifizierten Arbeitsplätzen in Bonn ist eine Ausnahme. Das war auch nicht der böse Dumping-Chinese. Es war die CDU/FDP-Bundesregierung 2005-09, die einen Bürgerkrieg gegen die gesamte deutsche Solarbranche entfesselte. Und jetzt endgültig gewonnen hat; selbst Investorenkapital aus Katar konnte es nicht mehr retten. Damit ist die globale chinesische Marktführerschaft auf Jahrzehnte gesichert. Die Parteispenden von Frank Asbeck waren alle vergeblich.

Zurück zur City. Inhabergeführter Einzelhandel und ebensolche Gastronomie sind zu den heutigen Immobilienpreisen nicht mehr möglich. Weiterlesen