Schlagwort-Archive: UEFA

Fussballweltkrieg – it’s the economy, stupid!

Von , am Freitag, 3. November 2017

Die Aufregung über den bevorstehenden europäischen Fussball-„Nationencup“ der Uefa ist noch gar nicht richtig ausgebrochen, ausser in unseren TV-Anstalten, die in ihrer Panik schon unsere Millionen aus den Fenstern geworfen haben. Da hat die Fifa zu einem Revanchefoul gegen die Uefa angesetzt, dass der mit dem guten Weitblick-Instrumentenkasten eines alten konservativen Politikers ausgestattete DFB-Chef Grindel als erster „Alarm“ gerufen hat. Die Fifa will in den bisherigen „Confed“-Cup-Jahren eine „Klub-WM“ ansetzen, ein direkter Angriff auf die sportlich langweilige aber beständig Geld scheissende Uefa-Champions-League.

Im Kern geht es strategisch darum, wer welche renditeträchtigen Marktplätze am schnellsten und wirkungsvollsten besetzt, bevor es jemand anders tut. Die Fifa analysiert richtig, dass die Vereinsmarken in der globalen Fussballwelt längst mehr Identifikation erzeugen, als die Nationalmannschaften. Da sie mehr zusammen trainieren und spielen, zeigen sie auch den besseren Fussball. Und, siehe Champions-League, sie mobilisieren entschieden mehr Kapital. Das kommt im Fussball mittlerweile in grösserem Masse aus Asien, als aus Europa. Von den in dieser Sportart abgemeldeten USA, die umso mehr in Sachen Fussballkorruption strafrechtlich ermitteln, ganz zu schweigen.
Wir dürfen davon ausgehen, hier geht es nicht um Fussball, sondern um Geopolitik. Niemand weiss das besser als Herr Grindel. Weiterlesen

Dortmund / Thalia / Männer / Österreich / Trump / Barcelona / ArdZdfUefa

Von , am Dienstag, 31. Oktober 2017

Was Bonn in der Südüberbauung hatte, hat Dortmund auch. Allerdings ist es dort im Ruhrgebiet, wo nördlich der Citys Leerstände herrschen, ein Wohnhaus. Und es ist auch noch nicht abgerissen.
Wenn ein Monopol erst mal errungen ist, dann ist es nur noch ein Augenzwinkern, bis es zur Mafia wird. Thalia-Buchhandlungen betrete ich grundsätzlich nicht, seit das Bonner Metropol-Kino vernichtet wurde. Für mein Verhalten gibt es weitere gute Gründe: hier im „Börsenblatt des deutschen Buchhandels“, und ein treffender Kommentar von Andreas Platthaus (FAZ).
Thomas Gesterkamp, Ex-Bonner und schon als Buchautor zur Männerpolitik verhaltensauffällig gewesen, berichtet in der taz über die Camouflage-Strategien rechter Maskulinisten auf die nicht wenige gutwillige, schlecht informierte Linksliberale hereinfallen.
Auch bei Seyran Ates, von der ich nie ein Fan war, frage ich mich, ob sie bei aller öffentlichen Lautsprecherei auch mal den Überblick über die eigenen Angelegenheiten verliert. Daniel Bax‘ Text in der taz wirft im Kern aber noch mehr Fragen zum demnächst rechtsradikal regierten Zwergstaat Österreich auf. Die Alpenrepubliken waren immer schon ein Tummelplatz für Geheimdienste aus aller Welt. Was früher vielleicht mal in der Logistik hoher Berge begründet war, kann im digitalisierten Zeitalter eigentlich keine Rolle mehr spielen. Aber: „Schönes bleibt“ (Zitat WDR4).
Bei Frauke Steffens (FAZ) gibts den aktuellen Überblick zu den Ermittlungen Robert Muellers im Trump-Umfeld: die Wände werden enger.
Marc-Andre Terstegen, immer Torwart meiner Lieblingsvereine, gehts in Barcelona offensichtlich gut. Würde es mir auch. Die Stadt hat ihm beim Reifen geholfen, wie er in einem WAZ-Interview näher erläutert.
Jörn Kruse (taz) rechnet vor, wie ARD und ZDF der Uefa-Mafia unser Geld millionenfach hinterherwerfen, nur damit sie es nicht mehr für gutes Fernsehen ausgeben müssen.

Trittin / Kälber / Grindel

Von , am Dienstag, 10. Oktober 2017

„Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber“ sagt der Volksmund. Nun, was für AfD-Wähler*innen gelten mag, ist für viele Kälber eher beleidigend. Aber der Reihe nach.

Jürgen Trittin zeigte gestern im Tagesthemen-Interview klare Kante gegen AfD-Positionen der CDU/CSU. Innerparteilich macht er sich damit nicht nur Freund*inn*e*n, aber er bindet damit die noch verbliebenen Grünen-Wähler*innen, mich jedenfalls.

Kälber dagegen sind gar nicht so doof, wie uns am Ende dieses NDR-Films ein kluger Bauer erklärt. Und wussten Sie, dass die meisten Kälber unter unseren konventionellen Haltungsbedingungen Magengeschwüre kriegen? Ich auch nicht. Wollen Sie sowas essen? Ich auch nicht. Darum wird es auch lieber gar nicht erst untersucht.

Wie ein genervtes Kalb guckte DFB-Chef Reinhard Grindel (CDU), als er bei der Pressekonferenz zum Aserbaidschan-Länderspiel Stellung beziehen musste. „Politiker“ sollen ihn „darauf angesprochen“ haben. Ich kenne welche persönlich, die das hier gelesen haben. Noch schöner wäre, wenn das Gerede auch politische Konsequenzen bekäme. Aserbaidschan ist immer noch vorgesehener Spielort der EM 2020. Was sagt der DFB in der UEFA dazu?

CL – wir werden sie nicht vermissen

Von , am Mittwoch, 27. September 2017

Die Champions League der Uefa ist seit einigen Jahren nicht nur die Geldmaschine, die einige wenige Clubs konkurrenzlos reich macht. Sie ist in den letzten Jahren auch zu einem der langweiligsten Wettbewerbe des Weltfussballs geworden. Von den letzten 8 des Viertelfinales sind meistens 7 immer die Gleichen.
Nun haben sich die vereinigten Mafiosi dazu entschlossen, die TV-Rechte dieses Wettbewerbs für Deutschland ab der nächsten Saison komplett im Pay-TV verschwinden zu lassen. Das Gute daran: dass es nicht mehr unser Geld ist, das diesen Figuren vom ZDF hinterhergeschmissen wird.
Wir dürfen es also als solidarischen Widerstand des deutschen Spitzenfussballs gegen Trump-Förderer Rupert Murdoch auffassen, erst gar keinen Abschiedsschmerz aufkommen zu lassen, und heute und gestern alle Spiele zu verlieren: Brause Leipzig 0:2, Katar II bei Katar I 0:3 und nur der BVB tanzte aus der Reihe und schoss ein Tor bei seinem 1:3. So verringern sich auch die CL-bedingten Wettbewerbsvorteile in der Bundesliga, weil keine Punktprämien eingespielt wurden. Und die Süddeutschen werden sicherlich noch für gute Intrigenunterhaltung sorgen, denn es muss ja geklärt werden, dass der Trainer an allem schuld ist.
Nun bleibt abzuwarten, ob wenigstens die Bundesligasaison noch spannend wird. Oder ob der BVB sie langweilig macht. Wie Küppi Montag schon kommentierte: „Langsam wird es unheimlich.“

Katar und Neymar

Von , am Mittwoch, 9. August 2017

Claudio Catuogno/SZ sieht es völlig richtig: es ist nicht der „Markt“, der 222 Mio. Ablöse für Neymar hergibt, sondern es ist Politik. Im Rahmen dieser Politik sind Solarworld und Neymar nur kleine Erdnüsse.
VW könnte dagegen schon eine ausgewachsene Vorspeisenplatte sein. Katar ist in VW schon drin, manche meinen Niedersachsen solle dafür noch mehr Platz machen. In vorauseilendem Gehorsam füttert VW schon die Katar-abhängigen Mafiosi von der Uefa für die nächsten Jahre durch.
Und in exakt diesem Zusammenhang sollte nicht nur der grausame Jemen-Krieg, außerdem hier, betrachtet werden, sondern auch, dass in Saudi-Arabien, von uns fast unbemerkt, ein nicht minder brutaler Bürgerkrieg ausgebrochen zu sein scheint. In der Feudaldiktatur der Saudis ist es bisweilen Landessitte, „Terroristen“ an Ort und Stelle zu erschiessen, und auf diese Weise aufwendige kriminalistische Erkenntnisse und Gerichtsverfahren zu vermeiden.
Alles unsere „Freunde“. Wer will das schlichten? Gabriel? Lindner?

Sackgassen des deutschen Fussballs

Von , am Freitag, 21. April 2017

Der BVB-Attentäter hatte keine terroristischen Motive, sondern „nur“ Habgier? Da werden sich Marc Bartra und seine traumatisierten BVB-Arbeitskollegen aber freuen. Verloren sie doch gerade gegen einen in beiden Spielen klar besseren Gegner, der die Tabelle im Land des Vizeeuropameisters anführt, aber in einem Staat residiert, der ohne die Organisierte Kriminalität vermutlich gar nicht existieren würde, und dessen Geschäftsmodell in erster Linie aus Geldwäsche besteht. Geldwäsche ist auch das, was die DFL „Investoren“ begierig anbieten will, wenn sie endlich die „50+1-Regel“ zur Begrenzung von Investorenmacht zu Fall gebracht hat. Wie schon in Leverkusen, Wolfsburg, Ingolstadt, Hoffenheim, Leipzig ….. Vorbild: die englische Premier League.
Wollen wir das? Der BVB-Attentäter würde das auf jeden Fall bejahen.

Abseits dieser ökonomischen und zweifellos bedeutsamen Hintergründe ist festzuhalten: sportlich war das Ausscheiden aus den europäischen Wettbewerben in allen drei Fällen gerecht. Weiterlesen

Geiseln von Profit und Terrorkampf

Von , am Samstag, 15. April 2017

Beim Dortmunder Anschlag vom vergangenen Dienstag wurden die Spieler der Borussia, Menschen die sonst ständig unter Beobachtung der Öffentlichkeit stehen, zu ganz gewöhnlichen Opfern eines Terroranschlags mit allen damit verbundenen Folgen. Schon von Wohnungseinbrüchen wissen wir, dass die Opfer oft monatelang traumatisiert sind. Bei Terrorangriffen lösen Explosionsknall, Ausnahmesituation und die Erkenntnis über die Folgen – auch nicht eingetretene – bei den unmittelbar Betroffenen wie auch bei Zeugen ein Trauma aus. Deshalb werden die Opfer nachhaltig psychologisch betreut, um ihnen zu ermöglichen, das Ereignis zu verkraften. Werden solche Erlebnisse verdrängt, kann es zu langfristigen psychischen Irritationen oder Störungen kommen. Schlaflosigkeit, Alpträume, einem Burn-Out ähnliche Symptome und letztich Arbeitsunfähigkeit sind möglich. Wichtig sind Gespräche, gemeinsame Aufarbeitung, psychologischer Rat in einem geschützten Raum ohne Druck. Ohne Druck bedeutet auch, selbst entscheiden zu können, wann man an den Ort des erlittenen Anschlags zurückkehren möchte. Auch seelsorgerische Betreuung kann für manche Betroffenen eine wichtige Hilfe sein. Für nichts davon wurde den Spielern von Borussia Dortmund genügend Zeit gelassen.

Berichte von Spielern, dass ihnen erst bei der Heimkehr zu ihrer Familie klar wurde, Weiterlesen

DFL an Amateure: Ihr seid lästig

Von , am Mittwoch, 18. Januar 2017

Klar, dass die Bundesliga den Kampf um Marktanteile mit den Fußballdachverbänden Fifa und UEFA beklagt. Noch klarer aber ist die Ansage an die Millionen Amateure im DFB: nehmt Eure 25 Mio. und seid still. Und wenn ihr nicht still seid, dann seid dankbar.
Geld macht nicht glücklich, aber bekloppt. Mehr Hybris geht nicht.
Update 26.1.: Im Sportressort der FR ein informatives Interview mit zwei Frankfurter Amateurvereinen, das an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lässt.

Wann platzt die Fußball-Blase?

Von , am Donnerstag, 3. November 2016

Nehmen wir die TV-Termine dieser Woche:
Mo. 20.15 h St. Pauli (erstmals in dieser Saison: 5 x 1.Liga)
Di. 20.45 h Champions League (demnächst zusätzlich um 19 h)
Mi. 20.45 h Champions League (demnächst zusätzlich um 19 h)
Do. 19 h & 21.05 h Europa-League
Fr. 18.30 h 2.Liga, 20.30 h 1.Liga
Sa. 13 h 2.Liga, 15.30 h 1.Liga, 18.30 1.Liga
So. 13.30 h 2.Liga (erstmals diese Saison auch 2 x 1.Liga), 15.30 h 1.Liga, 17.30 h 1.Liga
Es gibt immer noch Leute, die sich wundern, dass die Amateurmannschaften, die keine Profikarriere anbieten und am Wochenende spielen müssen, Nachwuchsprobleme haben. Ich wiederum kann aus eigener persönlicher Erfahrung berichten, dass das Zugucken vor der Glotze auch schon körperlich anstrengend ist. Nach zwei Spielen hintereinander ist, da mein Kneipier einfach keine Liegestühle anschaffen will, „alles zuende“.

Doch manchen ist es noch nicht genug. Weiterlesen

EM: Ruin des Nationalfußballs?

Von , am Sonntag, 26. Juni 2016

Vom gestrigen EM-Spieltag blieb ich verschont, weil ich zum 60. Geburtstag einer Freundin in eine für Bahnfahrer unwegsame Bergregion NRWs musste (und wollte). Bis gestern war der feste Glaube der Fans, dass an der fußballerisch überwiegend unansehnlichen EM-Gruppenphase die Aufblähung des Spiel- und Qualifikationssystems durch den kriminellen Michel Platini schuld war. Seit gestern wissen wir: es muss irgendwas anderes sein. Weiterlesen