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Saisonbilanzen im Fussball

Von , am Montag, 22. Mai 2017

Eine recht gute Übersicht über aktuelle Fussballstrategien lieferte heute Thomas Schmitt im Handelsblatt. Seinem Loblied auf RB Leipzig folge ich nicht. Es gehört zur Philosophie des Handelsblatts, Sponsoren- und Mäzenatenherrschaft anzubeten. Im gleichen Blatt finden sich die Indizien dagegen. Sie werfen sich Oligarchen und Konzernmagnaten in die Arme für jedes Geld der Welt. Was passiert aber, wenn die die Lust verlieren? Mateschitz (Leipzig), Kühne (HSV), Tönnies (S04), Hopp/SAP (Sinsheim), VW (Wolfsburg, Ingolstadt, Braunschweig, Bayern u.v.m.) – es geht ihnen wenn überhaupt nur am Rande um Fussball, sondern um Imagetransfer, um Herrschaft über Entertainment, um Eitelkeit, und nicht selten um Geldwäsche.
Darum ist Schmitts Druck für eine höhere Konkurrenzfähigkeit des oberen Mittelfeldes der Bundesliga zwar berechtigt, aber unrealistisch. Mönchengladbach muss jetzt sparen, wenn es nicht den Weg von S04 gehen will und die diesjährigen Probleme von Mainz 05 sollte man besser vermeiden. Das ist diese Saison gelungen, so unbefriedigend sie verlief. Das Vorjahr war ein Ausreisser nach oben. Jetzt heisst es: vernünftig bleiben.
Es gibt einen anderen Problemfall, den das Business und seine Medien gerne beschweigen: die kriminelle Wettmmafia. Deren öffentliche Werbung müsste mindestens so verboten werden, wie die fürs Rauchen. Aber wahrscheinlich ist das Business schon viel zu abhängig, um sich von diesen Tentakeln noch befreien zu können. Wäre ein guter Job für die EU, und für Saubermänner in Innenministerien. Traut sich einer?
Sympathisch wie immer: Yves Eigenrauch. Menschbleiben im Fussball, eine Kunst. Sein Interview mit Zeit-online erinnerte mich an Hans (nichts-mit-Medien) Schäfer. Der hätte allerdings auch dieses Interview gar nicht gegeben,

Whiteness / NSU / Saudis / Portugal / Wahl-Legenden

Von , am Donnerstag, 18. Mai 2017

Ich bin weiss, männlich, heterosexuell – und damit Angehöriger einer Minderheit. In unserer gesellschaftlichen und politischen Sprach- und Begriffswelt wird aber so getan, als wenn das das Normale sei. In dieser Feststellung ist den Anwält*inn*en der „Critical Whiteness“ zuzustimmen. Gesellschaftspolitische Debatte und selbstermächtigte Psychobehandlung Einzelner sollte man aber auseinanderhalten können, wenn man an politischen Bündnissen und Erfolg interessiert ist und rassistischen Ideolog*inn*en nicht in die Falle tappen will, plädiert Leander F. Badura im Freitag.

Schlimmer als falsches politisches Denken und Reden ist falsches politisches Handeln. Die NSU-Affäre besteht aus nichts anderem, Weiterlesen